Administration
 
Die Leitungselemente der Österreichischen Streitkräfte

Die Planung, Erbauung und Benutzung des heutigen Fliegerhorst Vogler fiel in verschiedene Zeitabschnitte. Ein kurzer Zeitliche Überblick die politisch Verantwortlichen für Heer und Luftwaffe seit der Monarchie.

 

 

Während der österreichisch - ungarischen Monarchie wurden die Luft- und Landkräfte durch das k.u.k. (Reichs-) Kriegsministerium geführt. Zusätzlich gab es ein eigenen Ministerium für Landesverteidigung für die Österreichische Reichshelfte, sowie auch für die ungarische Reichshelfte.

 

Der österreichisch-ungarische Ausgleich von 1867 legte die Angelegenheiten fest, die beiden Staaten der Doppelmonarchie gemeinsam sein und daher in gemeinsamen Ministerien verwaltet würden. Die Ausgleichsgesetze traten am 21. Dezember 1867 in Kraft.

 

Das Ministerium wurde im Schematismus unter dem Oberbegriff Zentralleitung und Militärbehörden geführt. An der Spitze stand der k.u.k. Kriegsminister (bis 20. September 1911 Reichskriegsminister), der dem Oberkommandierenden, dem „Allerhöchsten Oberbefehl“ unterstand und vom Monarchen ernannt und enthoben wurde. Kaiser Franz Joseph I war Oberbefehlshaber aller Truppenteile.

 


Der Reichskriegsminister, vom Ministerwechsel am 20. September 1911 an, einer ungarischen Forderung entsprechend, k.u.k. Kriegsminister genannt, wurde vom Monarchen ohne Mitwirkung anderer Verfassungsorgane ernannt und enthoben. Er bildete mit dem k.u.k. Minister des kaiserlichen und königlichen Hauses und des Äußern als Vorsitzendem, dem Reichsfinanzminister, später Gemeinsamer Finanzminister genannt, und den beiden Ministerpräsidenten den Ministerrat für gemeinsame Angelegenheiten beider Teile der Realunion Österreich-Ungarn. Der Minister hatte Vortragsrecht beim Monarchen.


Als (Reichs-) Kriegsminister fungierten:

 

  • Franz von John
  • Franz Kuhn von Kuhnenfeld
  • Alexander von Koller
  • Artur Maximilian von Bylandt-Rheidt
  • Ferdinand von Bauer
  • Rudolph von Merkl
  • Edmund von Krieghammer
  • Heinrich von Pitreich
  • Franz Xaver von Schönaich
  • Moritz von Auffenberg
  • Alexander von Krobatin
  • Rudolf Stöger-Steiner von Steinstätten

 

 

 

Als Landesverteidiungs (Landwehr-) minister fungierten:

 

  • Graf Eduard Taaffee
  • Ignaz von Plener
  • Feldmarschallleutnant Johann von Wagner
  • Graf Eduard Taaffe
  • Generalmajor Freiherr Julius von Horst
  • Zeno Graf Welser von Welsersheimb
  • Franz SchönaichJulius Latscher von LauendorfFriedrich Freiherr von Georgi
  • Karl Czapp Freiherr von Birkenstetten
  • Friedrich Freiherr Lehne von Lehnsheim

 

 

 

1918 - 1936

 

 

Im Zeitraum von 1918 - 1920 wurde die Leitung durch das Staatsamt für Heereswesen und von 1920 - 1936 durch ein Bundesministerium für Heereswesen geleitet und geführt.

 

 

Verteidigungsminister Amtsantritt Partei Dienststelle
Josef Mayer 30.10.1918 Deutschnationale Partei 1918 - 1920
Staatsamt für Heereswesen
(Staatssekretär für Heereswesen)
Dr. Julius Deutsch 15.03.1919 Sozialdemokratische Arbeiterpartei
Dr. Walter Breisky 22.10.1920 Christlichsoziale Part
Dr. Egon Freiherr Glanz von Eicha 22.11.1920 Parteilos

1920 - 1936

Bundesministerium für
Heereswesen

Dr. Walter Breisky 07.04.1921 Christlichsoziale Parte
Carl Vaugoin 28.04.1921 Christlichsoziale Partei
General Josef von Wächter 07.10.1921 Parteilos
Carl Vaugoin *) 31.05.1922 Chistlichsoziale Partei
Dr. Engelbert Dollfuß **) 21.09.1933 Christlichsoziale Partei
GenObst Alois Schönburg-Hartenstein 12.03.1934 Offizier
Dr. Engelbert Dollfuß **) 10.07.1934 Vaterländische Front
Ernst Rüdiger Starhemberg **) 26.07.1934 Heimwehr
Dr. Kurt Schuschnigg **) 29.06.1934 Vaterländische Front 1936 - 1938
Bundesministerium für
Landesverteidigung
Gen.a.D. Wilhelm Zehner ++) 10.07.1934 unbekannt

 

  *) teilweise als Bundes- bzw. Vizekanzler

**) als Bundeskanzler

 

++)

Der letzte Staatssekretär im Verteidigungsministerium, General der Infanterie Wilhelm Zehner, befürwortete einen Einsatz des Bundesheeres gegen NS-Deutschland. Seine Gesinnung hat er mit dem Tod bezahlt. Zehner starb nach einem Besuch der Gestapo in seiner Wohnung am 10. April 1938.

 

Quelle: [08]

 

 

 

 

 

1936 - 1938

Erfolgte Umbenennung in Bundesministerium für Landesverteidiung. Die Zeit wurde durch Mitglieder der Heimwehr, der Vaterländischen Front und den Nationalsozialosten bestimmt. 

 

Verteidigungsminister Amtsantritt Partei Dienststelle
Dr. Kurt Schuschnigg **) 29.06.1934 Vaterländische Front 1936 - 1938
Bundesministerium für
Landesverteidigung
Gen.a.D. Wilhelm Zehner ++) 10.07.1934 unbekannt
Arthur Seyß-Inquart (bis 13.03.1938) **) 11.03.1938 NSDAP

 

**) als Bundeskanzler

 

++)

Der letzte Staatssekretär im Verteidigungsministerium, General der Infanterie Wilhelm Zehner, befürwortete einen Einsatz des Bundesheeres gegen NS-Deutschland. Seine Gesinnung hat er mit dem Tod bezahlt. Zehner starb nach einem Besuch der Gestapo in seiner Wohnung am 10. April 1938.

 

Quelle: [08]

 

 

 

 

 

1938 - 1945 

 

Als Anschluss Österreichs oder kurz „Anschluss“ wird der Einmarsch deutscher Wehrmachts-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich am 12. März 1938 und die darauffolgende De-facto-Annexion Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich bezeichnet. Mit dem offiziell durch das am 13. März 1938 – ohne Parlament – verabschiedeten Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich wurde die Diktatur des Ständestaates bzw. des Austrofaschismus (seit 1934) vom nationalsozialistischen Regime unter Adolf Hitler abgelöst. Mit dem Tag endet die als Erste Republik bezeichnete Phase der österreichischen Geschichte [08]. 

 

OKW OKH OKL OKM LftGauKdo

 

In Folge des Anschlusses wurden die Geschicke des Österreichischen Heeres, welche in die Deutsche Wehrmacht übernommen wurde, durch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW), welches am 4. Februar 1938 aus dem Reichskriegsministerium hervorging, geführt. Es bildete die oberste Kommando- und Verwaltungsbehörde. Das OKW gliederte sich in das Oberkommando des Heeres (OKH - seit 1. November 1936), dem Oberkommando der Kriegsmarine (OKM - seit 1. Juni 1935) und dem Oberkommando der Luftwaffe (OKL - seit Februar 1944), welches bei Kriegsbeginn 1939 noch dem Reichsluftfahrtministerium unterstand. Die Luftstreitkräfte der sogenannten Ostmark wurden durch das Luftgaukommando 8 in Wien kommandiert [08, 12].

 

 

 

1945 - 15.07.1956

 

 

1945 war die Landesverteidigung zunächst einem Unterstaatssekretär für Heerwesen in der Staatskanzlei zugeordnet (27.04.1945-20.12.1945). Zu Beginn des Jahres 1945 kam es zur Gründung des Wiener Heeresamtes und der Aufstellung von Militärkommanden in den Bundesländern, was allerdings von den Alliierten schlußendlich unterbunden wurde ( siehe). Von 20.12.1945 bis 14.07.1956 wurden die Aufgaben für die Aufstellung eines Bundesheeres vom Amt für Landesverteidigung, einer Sektion im Bundeskanzleramt, wahrgenommen.

 

 

 

15.07.1956 - 31.01.2009

Vom 15.07.1956 bis zum 31.01.2009 bestand das Bundesministerium für Landesverteidigung.

 

 

Bundesminister Amtsantritt Partei Dienststelle
Dr. Ferdinand Graf 15.07.1956 ÖVP Bundesministerium für
Landesverteidigung
Dipl. Ing. Dr. Karl Schleinzer 11.04.1961 ÖVP
Dr. Georg Prader 02.04.1964 ÖVP
Bgdr Johann Freihsler 21.04.1970 Parteilos
Dr. Bruno Kreisky **) 04.02.1970 SPÖ
Bgdr Karl Lütgendorf 08.02.1971 Parteilos
Dr. Bruno Kreisky **) 31.05.1977 SPÖ
Otto Franz Rösch 08.06.1977 SPÖ
Dr. Friedhelm Frischenschlager 24.05.1983 FPÖ
Dr. Helmut Krünes 15.05.1986 FPÖ
Dr. Robert Lichal 21.01.1987 ÖVP
Dr. Alois Mock 06.11.1990 ÖVP
Dr. Werner Fasslabend 17.12.1990 ÖVP
Herbert Scheibner 04.02.2000 FPÖ
Günther Plattner 28.02.2003 ÖVP
Mag. Norbert Darabos 11.01.2007 SPÖ

 

**) als Bundeskanzler

 

Quelle: [08]

 

 

 

 

01.02.2009 - dato

Seit dem 01.02.2009 wurden dem ehemaligen Bundesministerium zusätzlich Sportagenden überantwortet. Die als Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (kurz BMLVS) bezeichnete österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes ist für alle militärischen Angelegenheiten, insbesondere die die das Österreichische Bundesheer betreffen und alle Angelegenheiten des Sports zuständig.

 

 

Bundesminister für Sport & LV Amtsantritt Partei Dienststelle
Mag. Norbert Darabos 01.02.2009 SPÖ Bundesministerium für
Landesverteidigung und Sport
Mag. Gerald Klug 11.03.2013 SPÖ
Mag. Hans Peter Doskozil 26.02.2016 SPÖ
Mario Kunasek 18.12.2017 FPÖ
GenLt Mag. Johann Luif 22.05.2019 ÖVP
GenMjr Mag. Thomas Starlinger 03.06.2019 -

 

Quelle: [08, 12]