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Warum wurde gerade dieses Gelände ausgewählt ?

08.04.1931 - Landung eines deutschen Verkehrsflugzeuges in Hörsching [1, 5 und 7]

 

Am 08.04.1931 landete ein deutschen Verkehrsflugzeuges der Linie Wien - München - Genf (Kennzeichen: D 1710) auf einem Feld bei Hörsching, obwohl kein technischer Schaden und kein Flugplatz vorhanden war. Die Besatzung stellte die besondere Eignung des angelandeten Geländes für Flugzeuglandungen fest.

 

 

 

 

Somit war eine zeitgenössische Vermutung, dass die Zwischenlandung bereits eine Art Erkundung bzw. Feststellung der Eignung des Geländes für einen Militärflugplatz hätte sein können, nicht ganz von der Hand zu weisen. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Raumes waren sicherlich die besondere Eignung des Geländes für den Flugbetrieb, die idealen Windverhältnisse mit einer Hauptwindrichtung West - Ost sowie die unmittelbare Nähe der Westbahn und der Reichsstraße (heutige Bundesstraße 1).

 

 

 

Salzburger Zeitung vom 09.04.1931 - Auszug
Quelle: ANNO [05]

 

 

 

 

 

19.10.1936 - Verodnung des Vierjahresplanes [6]

 

Am 19. Oktober 1936 wurde das Reichgesetzblatt Nr.  96/1936 - Die Verordnung zur Durchführung des sogenannten Vierjahresplanes - ausgegeben. Der Sinn dieses Planes war es, in vier Jahren die "Deutsche Armee einsatzbereit" und die "Deutsche Wirtschaft kriegsfähig" zu machen. Die Durchführung wurde Ministerpräsidenten Generaloberst Hermann Göring übertragen.

 

 

 

 

 

 

12.03.1938 - Einmarsch deutscher Truppen in Österreich [6]

 

Am 12. März 1938 überschritt die Deutsche Wehrmacht die österreichische Staatsgrenze. Bereits am 25. März landete der Oberbefehlshaber der Deutschen Luftwaffe, zwischenzeitlich Generalfeldmarschall Hermann Göring samt Begleitstaffel auf dem Fliegerhorst Wels. Es wurde der Befehl zur unverzüglichen Luftaufrüstung Österreichs sowie zum Bau von Kasernen und Fliegerhorsten erteilt.

 

 

 

Einmarsch Deutscher Truppen in Schärding - Uploaded with  ImageShack.us

 

 

 

Mit dem Einmarsch Deutscher Truppen in Österreich hörte das "Bundesstaat Österreich" auf zu existieren und wurde in weiterer Folge als Ostmark tituliert.

 

 

1938 hörte der Bundesstaat Österreich auf zu existieren [3]

 

 

 

 

 

 

13.03.1938 - Gesetz über die Wiedervereinigung Österreich mit dem Deutschen Reich [6]

 

Generaloberst Hermann Göring wurde, durch seine dominierende Stellung als Beauftragter für den Vierjahresplan, zum wichtigsten Mann bei der wirtschaftlichen Einverleibung Österreichs. Da er aber auch noch Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe war ist es verständlich, dass der Schwerpunkt der in Österreich geplanten Aufrüstung im Bereich der Luftwaffe lag.

 

 

 

 

Faksimile des Gesetzes über die Wiedervereinigung

 

 

 

 

 

 

21.03.1938 - Aufstellungsbefehl für die Luftwaffe in Österreich [6]

 

Am 21. März 1938 erging ein Aufstellungsbefehl vom Oberkommando der Luftwaffe, der die Neuaufstellung von fünf Geschwadern und zwei Flak-Regimenter vorsah, sowie die Schaffung der dafür erforderlichen Fliegerhorste und Kasernenbauten anordnete. Hierauf begann ein Planungsstab der Luftwaffe umgehend mit den Vorarbeiten für den Baubeginn eines für damalige Verhältnisse groß angelegten Militärflugplatzes. Der Standort sollte sich in unmittelbarer Nähe der Ortschaft Hörsching befinden. Dieser unwahrscheinlich rasche Beginn der Vorarbeiten für einen Flugplatzbau lassen zwingend vermuten, dass die ersten Planungen - wie Festlegung des Standortes -aufgrund geographischer, meteorologischer und ebenso militärischer Erwägungen bereits weit vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich erfolgt waren.

 

Zur Verwirklichung dieser Zielsetzungen und des bereits zitierten Aufstellungsbefehles für die Luftwaffe in Österreich wurde unter anderem mit großer Eile auch die Erkundung von zwei Friedensstandorten für ein leichtes Jagdgeschwader in den Räumen Fischamend und Himberg vorangetrieben. Das Erkundungsergebnis der beiden Projekte, Schwechat Süd-Himberg und Schwechat Ost-Fischamend, wurde beim Reichsluftfahrtministerium in Berlin zur Genehmigung eingereicht und auch sofort neben vier weiteren Fliegerhorstneubauten (Vöslau, Tulln, Markersdorf, Hörsching) genehmigt und in die höchste Dringlichkeitsstufe 1a gereiht.

 

Aufgrund des hier nur auszugsweise zitierten Aufstellungsbefehles, das Original hat sich im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau unter der Signatur RL 2, III/411 überliefert, wurde dann letztlich folgendes Ausbauprogramm erstellt:

 

Als Friedensstandorte für je ein Kampfgeschwader sollten in Oberdonau die Fliegerhorste WELS und HÖRSCHING und in Niederdonau WR.NEUSTADT und EISENSTADT (Trausdorf) errichtet werden. Das Sturzkampfgeschwader sollte in KREMS (FELS am Wagram) und TULLN neue Fliegerhorste bekommen. Für die Jagdwaffe waren Horste in MARKERSDORF und AMSTETTEN, jeweils für ein schweres Jagdgeschwader (Zerstörergeschwader), vorgesehen. ASPERN, FISCHAMEND und HIMBERG sollten Liegeplätze für ein leichtes Jagdgeschwader werden.

 

 

 

 

Faksimile Aufstellungsbefehl 21. März 1938

 

 

 

 

 

 

26.03.1938 - Große Verkündigung des Vierjahresplanes [8]

 

Generalfeldmarschall Göring verkündete am 26. März 1938, in der überfüllten Halle des Wiener Nordwestbahnhofes, sein " Aufbauprogramm für Österreich".

 

 

 

Auszug Volks-Zeitung vom 27. März 1938 [5]

 

 

Im vierten Punkt des Programms wurden die geplanten Rüstungsvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt [8]:

 

  • Maßnahmen, die die unmittelbare Aufrüstung betreffen wie z.B:
    • Bau von Kasernen und Flugplätzen, von Flugzeugen, Flugzeugfabriken
    • die sofortige Inbetriebnahme der Wiener Neustädter Flugzeugfabrik

 

  • Ausbau der Rüstungsindustrie für jene Rüstungszweige, die wir für die Österreichische Aufrüstung benötigen
    • ein Programm das die sofortige Einstellung von weiteren tausend Arbeitern schon am Beginn der nächsten Woche zur Folge hat.

 

Aus diesem Zitat lassen sich die damaligen Schwerpunkte klar erkennen. Ziel war eine möglichst rasche Steigerung des Wehrpotentials, mit Schwerpunkt auf Luftwaffe und Luftrüstung. Ein weiteres Ziel war ein rascher Erfolg bei der Bewältigung der Arbeitslosigkeit, denn die Beseitigung der Arbeitslosigkeit war das erklärte Hauptziel der Nationalsozialisten und wurde damit zu einer Angelegenheit des Prestiges [8].

 

 

 

 

 

 

Die Gemeinde Hörsching [12]

 

Die im Jahre 1938 noch kleine Gemeinde Hörsching war wie jede andere Gemeinde auch in der Hoffnung auf bessere Lebensumstände. Selbst das Straßenbild unterschied sich in keiner Art und Weise von anderen Gemeinden. Geleitet wurde die Gemeinde in dieser schweren und entbehrungsreichen Zeit von den Bürgermeistern Franz Dimler, Bauer am Göblgut in Hörsching und Karl Schmoigl, Bauer am Paschingergut in Breitbrunn.

 

     

 

 

 

 

 

 

Hörsching im Jahre 1938  [3, 12]

 

Wie in jeder anderen Gemeinde auch, wurde der Einmarsch deutscher Truppen ohne erheblichen Widerstand zur Kenntnis genommen und auch teilweise begrüßt. Bessere Lebensverhältnisse, höheres Einkommen, Grunderwerb, vor allem die Aussicht auf Arbeit waren nur einige der vielen Gründe.