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Besetzung der Fliegerhorste Österreichs

Die Besetzung der Fliegerhorste im März 1938 [42]

 

Als am 12.031938 die 1. Welle der deutschen Truppen um 0800 Uhr die österreichische Staatsgrenze in breiter Front zu überschreiten begann, waren bereits Verbände der Deutschen Luftwaffe in den österreichischen Luftraum, eingeflogen und hatten Kurs auf die entlang der Vormarschstraßen gelegenen Flugplätze Innsbruck-Reichenau, Wels, Linz und Wien-Aspern genommen.

 

 

 

Für die Besetzung Österreichs waren dem Armeeoberkommando (AOK) 8 folgende Teile der Luftwaffe
unterstellt worden:

 

  • der Kommandeur der Luftwaffe beim AOK 8 (gestellt von der Aufkl. Grp. 15)

  • 3 Aufklärungsstaffeln (H) und 2 Aufklärungsstaffeln (F)

  • 1 Kurierstaffel

  • 4 schwere und 2 leichte Flak-Abteilungen

  • 1 Luftnachrichtenabteilung

 

Dem auf Zusammenarbeit mit dem AOK 8 angewiesenen Kommandierenden General des Luftkreises 5 und Befehlshaber der Luftwaffengruppe 3, General der Flieger (Gen. d. FI.) Hugo Sperrle standen eine Jaagdgruppe, drei Kampfgeschwader des Luftkreises 5 und drei Transportgruppen zur Verfügung. Während die Masse der deutschen Divisionen den Westen und Norden Österreichs besetzten, erreichten Einheiten der Luftwaffe als erste die Bundeshauptstadt Wien und errichteten auf dem Fliegerhorst Aspern einen Stützpunkt.

 

Gen. Maj. Wolff, Höherer Kommandeur der Flieger im Luftkreis 5 der nun zum "Höheren Kommandeur der Luftwaffeneinheiten in Österreich" bestimmt worden war hatte in den ersten Stunden des 12. März vom Reichsluftfahrtministerium (R.l.M.) den Befehl erhalten, nach erfolgter Aufklärung mit den unterstellten Kompanien des Wachbataillons der Luftwaffe den Flugplatz Wien-Aspern und den Rundfunksender Wien-Bisamberg zu besetzen und zu sichern. Dann sollte die 11. Gruppe/Kampfgeschwader 155 (K.GJ 55) mit Do-17 und eine Staffel der I./J. G. 135 nachgezogen werden.

 

Die 6. Staffel des K.G.155 war die erste deutsche Einheit, die um 0940 Uhr in Wien-Aspern landete; ihr folgten bis 1015 Uhr die Staffeln 4, 5 und 7, eine Staffel Me-109J, die Maschinen des Stabes K. G. 155 und schließlich Gen. Maj. Wolff mit seinem Stab und die Transportgruppe "Chamier" (Ju-52) mit 2 WachKompanien des III. Bataillon/Regiment "General Göring". Um die Mittagszeit mußten die Kampfflugzeuge verstärkt durch Verbände aus Bayern, wiederholt zu Propagandaflügen starten. 

 

Werbeflug über Linz 12. März 1938, ca. 18 Uhr 30

 

 

In den Abendstunden des 12. März belegten die am Einmarsch beteiligten Luftwaffenverbände die Horste Aspern und Wels, sowie die Flughäfen Innsbruck und Linz-Katzenau.

 

Nachdem am 13. März die Übernahme des Bundesheeres in die Deutsche Wehrmacht verfügt worden war, folgte am 14. März die Vereidigung der osterreichischen Soldaten auf Adolf Hitler. Die Vereidigung im Bereich der Luftstreitkräfte wurde garnisonsweise durchgeführt.

 

 

Vereidigung in einem westlichen Fliegerhorst

(aus Buch Fliegerhorst Ostmark 1941)

 

 

Ende März 1938 verlieB der Großteil der zur Besetzung herangezogenen deutschen Verbande die Fliegerhorste und Kasernen, um den für die Neuaufstellungen vorgesehenen Einheiten Platz zu machen. Die Jagd- und Aufklärungsgruppen räumten die Fliegerhorste bzw. Flugplätze Aspern, Wels und Linz, nur das K.G. 155, dessen restliche Staffeln ebenfalls noch Wels)verlegt wurden, blieb in Wr. Neustadt stationiert.

 

Die Details über die Aufslellung der Luftwaffe in Öslerreich und die Eingliederung der österreichischen Einheiten durften bereits während der Anwesenheit Gen. Maj. Löhrs und seines Stabes anläßlich seiner ersten Besprechung in Berlin am 19. März festgelegt worden sein. Der zwei Tage später folgende Aufstellungsplan beinhaltete jedenfalls noch Teile des Ausbauplanes der ehemaligen Luftstreitkräfte.

 

Den Aufstellungsbefehl für die Luftwaffe in ÖSterreich erließ Generalfeldmarschall (GFM) Göring am 21. März. Mit dem Befehl Nr.800/3B-"Geheime Kommandasache" wurden die Befehlsverhältnisse der Stäbe und Kommondobehörden, die Unterstellung der deutschen und österreichischen Verbände, der Ausbau der Bodenorganisation in ÖSterreich, Überführung der bisherigen österreichischen Kommandobehörden und Truppen in die Deutsche Luftwaffe geregelt.

 

 

Mit Wirkung vom 1. April 1938 waren auf den Fliegerhorsten Wels, Wr. Neustadt, Aspern, Graz-Thalerhof, Kottingbrunn, Annabichl und Zeltweg Fliegerhorstkommandanturen A und in Aigen eine Fliegerhorstkommandantur B aufgestellt worden.