Administration
 
Baubeginn

 

Ab April 1938 wurde der Bau des heute größten Militärflugplatzes Österreichs mit Hochdruck vorangetrieben. Viele Arbeitslose fanden dabei erstmals wieder eine bezahlte Beschäftigung. Der Transport des Aushubmaterials wurde zum großen Teil, genauso wie die Zufuhr der Baustoffe, mit den Fuhrwerken der hier ansässigen Bauern durchgeführt, was zusätzliche Impulse in die Region brachte. So kam es auch zur Gründung der Spetition Schachinger sowie des Lagerhauses Hörsching [6].

 

Für die Hörschinger Betriebe und die Bevölkerung brachte diese Großbaustelle einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bauleitung mit Architekten, Ingenieuren und Facharbeitern war zwar ausschließlich mit Arbeitskräften aus dem Deutschen Reich gebildet, beim Bau selbst wurden jedoch sämtliche verfügbaren, bisher vielfach arbeitslosen Arbeitskräfte aus dem Hörschinger Gemeindegebiet und Umgebung eingestellt. Ebenso wurden viele Hörschinger Gewerbebetriebe mit Bauaufträgen am Fliegerhorst beauftragt und die Hörschinger Landwirte führten mit ihren Pferdefuhrwerken, Traktoren und oft eigens angekauften Lastkraftwagen Transportaufgaben für die Großbaustelle durch [1].

 

Zu Beginn der Bauarbeiten waren ausschließlich österreichische und deutsche Firmen bzw. Bauarbeiter eingesetzt. Erst ab dem Jahre 1939 wurden in immer stärkerem Ausmaß ausländische Zwangsarbeiter und auch Kriegsgefangene verwendet. Für die Unterbringung der Fremdarbeiter war ein eigenes Barackenlager entstanden, durch das im Laufe der Baujahre insgesamt zehntausende Arbeiter gingen [1].

 

 

 

 

Am  20.5.1938  wurde in OÖ zusätzlich die Oberste Bauleitung der Reichsautobahn (OBR) Linz eingerichtet. Der Arbeiterstand im September 1939 verringerte sich schlagartig um 424 Mann auf 10.379 und ging in der Folge  bis  Anfang  Dezember  1939  kontinuierlich  auf  rund  7.400  zurück. Bis November  1939  hatte  die  OBR  Linz  rund  1100  Arbeiter  für  Rüstungsbauten abgegeben, davon allein 750 für den Fliegerhorst Hörsching.

 

Quelle: (Wochenberichte der OBR Linz - INet)

 

 

 

Symbolbild - Richtfest auf einem westlichen neuen Fliegerhorst

(aus Buch Fliegerhorst Ostmark 1941)

 

 

 

Eine Weihnachtskarte 1941 der Bauleitung Hörsching [09]

 

 

 

 

 

Entstandene Bauten im Fliegerhorst Hörsching [2, 12, 28, 29]

 

Neben den erforderlichen Infrastruktureinrichtungen entstanden in der Folge nachstehende Bauten:

  • Wachgebäude
  • Wohnanlage Hörsching
  • Mannschaftsunterkünfte
  • Stabsgebäude
  • Wirtschaftsgebäude
    • alle diese Bauten liegen auf Höhe der Reichsstraße.

 

 

Auf der ca. 10 m höher gelegenen Hochfläche Richtung Westbahn wurde errichtet:

  • 2 betonierten, in O - W Richtung parallel verlaufenden Start- und Landebahnen mit einer Länge von je 1.200 Meter und einer Breite von 60 Meter
  • 1 diagonale Grasnabenbahn als Ersatzlandebahn, sowie für leichte Flugzeuge
  • Rollwegen und Abstellflächen
  • Tankanlagen
  • 1 Werftanlage an der Nordseite des Horstes
  • 3 große Hangars an der Nordseite des Horstes
  • 3 große Hangars an der Ostseite des Horstes
  • 1 Munitionslager an der NO-Grenze des Areals
  • Heizhaus
  • Garagen
  • Werkstätten
  • sowie eine Gleisverbindung zur Westbahn

 

Zuerst stellte man die beiden betonierten Startbahnen fertig, dann wurde mit dem Bau der Hallen und Unterkünften begonnen. Insgesamt wurden sechs große Flugzeughallen mit Nebengebäuden, das Kommandogebäude mit Kontrollturm und verschiedene Depots errichtet. Außerdem erhielt der Platz einen Gleisanschluss [2].

 

 

 

Alle Pläne wurden in der Reichshauptstadt Berlin geprüft [3]

 

 

 

Bis Ende 1940 war der Bau des Flugplatzes einschließlich einer zweiten Betonpiste im wesentlichen abgeschlossen. Der weitere Ausbau der Flugplatzanlagen sowie der ebenfalls 1938 begonnene Bau einer Wohnsiedlung für die Familien der Luftwaffenangehörigen in Hörsching - der heutigen „Steinsiedlung" - konnten bis 1942 endgültig abgeschlossen werden [1]. Im Ort Hörsching entstanden Wohnblöcke für Familien von Luftwaffenangehörigen [29, 12].

 

 

  

 

Die ursprünglich angedachte Horsteinfahrt [28]  

 

 

Vermutlich zum besseren Verständnis wurden Bleistiftzeichnungen und Aquarelle von beabsichtigten Bauten und Räumlichkeiten angefertigt. Als Maler scheint "ad - 1938 - Danner" auf. Die Originale befinden sich im Besitz von Herrn Dir. Stanek, welcher der Schwiegersohn von Herrn Bauarchitekt Josef Feichtinger aus Ebensee ist. Mit Erlaubnis wurden diese am 31. Juli 2012 fotografiert und uns freundlicherweise durch Herrn Direktor Hans Stanek, ehem. Regionaldirektor Helvetia Versicherung OÖ zur Verfügung gestellt [28].

 

 

 

 

Rauchverbot in Diensträumen [12]

 

Interessant erscheint die Tatsache, dass die deutsche Luftwaffe teilweise in ihren Diensträumen "Rauchverbot" ausgesprochen hat. Dies betraf alle Arten des Rauchens, so zum Beispiel Zigarettenrauchen, Zigarrenrauchen, aber auch das Rauchen von Pfeiffen.

 

 

 

Plakat "Rauchverbot in Diensträumen"

 

 

 

 

 

Aquarellzeichnungen des Bauarchitekten Danner [28]

  • Küchenbereich Offizierskasino
  • Haupteingang eines Objektes
  • Übergang in Obergeschosse
  • Jägerstüberl im Offizierskasino
  • Verbindungsbauten
  • Ausgestaltung Jägerstüberl
  • Offizierskasino
  • Gebäude 40/41 - Heute MilKdo OÖ
  • Haupteinfahrt
  • Kegelbahn - Heute St. Michaels Kapelle

 

 

 

Konzeption der Hallen und Hangars [6, 12]

 

In der ursprünglichen Konzeption waren je drei baugleiche Flugzeughallen, mit einer Stellfläche von 51,7 x 35 Metern, und mit einer Torhöhe von sechs Metern an der Nord- und Ostseite des Fliegerhorstes vorgesehen. Die drei Hallen NORD stehen in einer Linie mit dem Werfthangar - alle mit der Torfront gegen Norden- am Nordrand des Flugfeldes. Jene 3 Hallen OST alle mit Torfront Richtung Osten [6].

 

Hangar Type A rechtsgelagert an der Nordseite [6]

 

Hangar Type A linksgelagert an der Ostseite [12]

 

Fliegerwerft Type A an der Nordseite [6]

 

 

Zu Beginn der Bauarbeiten waren ausschließlich österreichische und deutsche Firmen bzw. Bauarbeiter eingesetzt. Erst ab dem Jahre 1939 wurden in immer stärkerem Ausmaß ausländische Zwangsarbeiter und auch Kriegsgefangene verwendet. Für die Unterbringung der Fremdarbeiter war ein eigenes Barackenlager entstanden, durch das im Laufe der Baujahre insgesamt zehntausende Arbeiter gingen [1].

 

Ursprüngliche Planung für den Fliegerhorst [12]