Administration
 
1968

1968 war das Jahr der großen Veränderungen am Fliegerhorst Vogler [15]

 

Österreich, 19.03.1968 - Gemäß Erlass GZ 306.410-Org/68, Heeresorganisation, Truppengliederung; Organisationsschema wurde die Heeresgliederung 1968 befohlen. Im Rahmen dieser Heeresgliederung kam es zu massiven Änderungen in der Organisation. Diese Veränderungen betraf aber nicht nur die Fliegertruppe, sondern vor allem umso mehr die Heerestruppen. So wurde zwischen einem Feldheer, der territorialen Organisation, dem Aktivem Heer und einem Reserveheer unterschieden. 

 

Das Feldheer umfaßt die bereite, im Frieden verhandenen Einsatztruppen, díe im Alarmfall für sofortiges Eingreifen in bedrohten Räumen und für allgemeine Sicherungsauígaben zur Verfügung stehen. Im Mobilmachungsfall wird des Feldheer durch Marscheinheiten (personelle Ergänzungen) und Reservetruppen verstärkt.

 

Die territoriale Organisation umfaßte 

  • die Militärkommanden mit den örtlich gebundenen Einrichtungen der Militärverwaltung, mit den territorialen Truppen und Kommanden, die vornehmlich die Aufstellung von Reservetruppen dienen,

  • die Reservetruppen der territorialen Verteidigungsorganisation (Landwehr, bestehend aus Grenzschutz und terr. Sicherungstruppen),

  • die Einsatztruppen, welche den Nachersatz für das Feldheer und die terr. Organisation im Einsatzfall bereitstellen.

 

Das aktive Heer umfaßte alle Truppen des Feldheeres und der territorialen Organisation, die ständig auch ohne Mobilmachung einsatzbereit sind (Einsatztruppen), die Ausbildungstruppen, Akademien und Schulen. 

 

Das Reserveheer umfaßt alle Truppen des Feldheeres und der territorialen Organisation, die erst nach Mobilmachung zur Verfügung stehen (Reservee und Ersatztruppen). Sie bedürfen je nach ihrer Art mehrere Tage zur Herstellung ihrer Einsatzfähigkeit. 

 

Die Reservetruppen des Feldheeres werden vorwiegend aus den in den Ausbildungsverbänden und den Schulen vorhandenen aktiven Kadern, die Reservetruppen der territorialen Organisation, insbesondere die Landwehr, vorwiegend aus Kadern des Reservestandes aufgestellt.

 

 

 

Heeresgliederung 1968 [3]

 

Teile welche in Hörsching von der HG1968 betroffen waren sind:

 

  • Aktives Heer
     

    • 4. PzGrenBrig mit
      • PzStbB4
      • PzB14
         
    • Militärkommando OÖ mit

      • allen terr. Truppen und Kommanden

      • terr. Militärverwaltung

      • allen KasKdos und VerwStellen

      • HSanA

      • TÜPl DACHSTEIN
         

    • Luftstreitkräfte mit

      • JaBo-Geschwader

      • Fliegerregiment 1

      • Fliegerhorstabteilung 3

      • Luftabwehrabteilung (Teile)

         

  • Reserve Heer
     

    • Militärkommando OÖ mit

      • Landwehrregiment 301

      • Landwehrregiment 302

      • Ersatzbataillon 300
         

    • 4. PzGrenBrig mit

      • PzGrenB15
         

    • Luftstreitkräfte mit

      • Ersatzbataillon 400

 

 

 

 

Unteroffiziersmesse - Verhandlungen beginnen [3]

 

Hörsching, 05.01.1968 - Am 5. Januar 1968 erfolgte im OffzKasino Hörsching die erste Besprechung betreffend Errichtung einer eigenen UO-Messe mit dem MilKdten Brigadier Friedrich Lawatsch.

 

 

 

 

 

 

Staffelverlegung nach Graz [34]

 

Hörsching, 02.05.1968 - Am 2. Mai 1968 wurde die 2. Staffel nach Graz/Thalerhof verlegt und die J-29 F dieser Staffel verabschieden sich aus Hörsching.

 

 

 

 

Autofahrer unterwegs aus Hörsching [3, 51]

 

Hörsching, 08.05.1969 - Direkt aus dem Fliegerhorst (Hangar 42) wurde die beliebte Autofahrersendung "Autofahrer unterwegs" ausgestrahlt. Die Moderation wurde in altbewährter Weise durch den allseits bekannten Radiosprecher Walter Niesner gemeinsam mit Obstlt Peter durchgeführt. Die musikalische Unterstützung wurde durch die Militärmusik OÖ sichergestellt. Erinnern Sie sich noch - der Signalton der beliebte Ö2-Radiosendung - klicken Sie auf das Bild.

 

 

 

 

 

   

 

Übertragung aus dem Hangar 42

 

 

Obstlt Ing. BLECHL und Walter NIESSNER

 

 

 

 

Aufstellung NTI-Kompanie [1]

 

Hörsching, 13.05.1968 - Am 13. Mai 1968 wurde die am Fliegerhorst befindliche Panzer Werkstatt Kompanie mit aus der Kaserne Ebelsberg zuversetztem Personal in eine Nachschub-Transport- und Instandsetzungskompanie umgewandelt und noch im selben Jahr in die Welser Kaserne verlegt.

 

 

 

 

Fliegerausbildungsbataillon in Hörsching zusammengezogen [1, 3, 15]

 

Hörsching, 10.07.1968 - Mit 10. Juli 1968 wurden die in Salzburg/Siezenheim und am Fliegerhorst Hinterstoisser/Zeltweg stationierten zwei Kompanien (1. und 4. Kp) des Fliegerausbildungsbataillons nach Hörsching verlegt. Nach Bildung einer Stabskompanie im Dezember 1969 war das Bataillon mit sechs Kompanien geschlossen am Fliegerhorst Hörsching stationiert, blieb aber weiterhin dem Zeltweger Fliegerregiment unterstellt. In diesem Bataillon wurden, wie bisher, die Grundausbildung der Grundwehrdiener und die Ausbildung der zukünftigen Reserveoffiziere sowie sämtliche allgemein-militärischen Aus- und Weiterbildungslehrgänge für die gesamte Fliegerbrigade durchgeführt. Im Austausch zu der Zusammenziehung des Fliegerausbildungsbataillons in Hörsching wurden das Kommando und die Batterien der Hörschinger Fliegerabwehrabteilung des Heeres ebenfalls 1968 nach Salzburg/Siezenheim verlegt.

 

 

 

Die Gliederung der Luftstreitkräfte

 

 

Mit der Aufstellung der Stabskompanie aus dem Stabszug wurde am 01.12.1969 Die vorläufige Endgliederung des Fliegerausbildungsbataillon erreicht. Diese Rationalisierungsmaßnahmen führten zu großen Personalveränderungen im Fliegerausbildungsbataillon. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte jede Kompanie ihren Kompaniekommandanten und Kompanieoffizier. Nun erfolgten allgemeine Umbesetzungen und Neuaufstellungen innerhalb von einzelnen Kompanien. Insbesondere die Einjährig-Freiwilligen–Kompanie wurde vollkommen neu in Hörsching aufgestellt. 

 

 

 

 

Einsatz an der Italienisch - Österreichischen Grenze [3]

 
In der Zeit vom 13. Juli bis 15. November 1967 wurden in erster Linie die Hörschinger Hubschrauberbesatzungen mit ihren neuen Alouette Il zur Unterstützung der die österreichisch-italienische Grenze überwachenden Zöllner und Bundesheereinheiten eingesetzt. Diese Maßnahmen sollten illegale Grenzübertritte der in dieser Zeit hochaktiven Südtiroler „Bumser" verhindern.

 

 

 

 

CoKart-Rennen am Fliegerhorst [3]

 

Hörsching, 28.07.1968 - Die Durchführung des 1.GO-Kart Rennen des HSV OÖ im Fliegerhorst erfolgte am 28. Juli 1968.

 

 

 

Tschechen Krise [1]

 

Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in der Nacht zum 21. August 1968 in die CSSR wurden auch Teile der am Fliegerhorst stationierten Truppen alarmiert. Das Kommando Fliegerregiment 1 bildete am Fliegerhorst das „Flieger-Einsatzkommando Hörsching", um mit den Hubschraubern und Verbindungsflugzeugen des Hubschrauber- bzw. Jagdbombergeschwaders bis 2. September laufend Grenzüberwachung an der österreichischen Nordgrenze zu fliegen. Beim Jagdbombergeschwader selbst standen in dieser Zeit ständig zwei Rotten (=2x2 Flugzeuge) Saab J 29 „Fliegende Tonne" für eventuelle Abfangaufträge in Alarmbereitschaft.

 

 

 

Augusta Bell 204 standen zum Einsatz bereit

Bild: Bundesheer

 

 

Das Panzerbataillon 14 verlegt im Rahmen der Brigade zur Verstärkung der nördlich der Donau gelegenen Kasernen in das Mühlviertel. Zur Flugplatzsicherung gegen eventuelle Luftlandungen wurde das Jagdpanzerbataillon 7 aus Salzburg in den Bereich des Fliegerhorstes verlegt und bezog hierorts Stellung.

 

Teile der 4.PzGrenBrig und des Kommandos waren unter dem Kommando von ObstdG Gasslhuber vom 21. August bis 3. September im Raum Mühlviertel - Königswiesen eingesetzt. 

 

 

 

 

2. Bt/PzAA4 im Raum Königswiesen

Bild: Kameradschaft der ehem. PzFlABt/PzStbB4

 

 

Damit war der Fliegerhorst Vogler neben den Einheiten der Fliegertruppe nur durch das Militärkommando Oberösterreich, das unterstellte Kommando des Grenzschutzbataillon 114, das Panzerbataillon 14 und die BrigSanA belegt. Offensichtlich wegen der hohen Anzahl bereits bestehender Grenzschutzkompanien und der Unterschiedlichkeit ihrer Aufgaben, wurde im November 1968 beim Grenzschutzbataillon 114 mit der Vorbereitung zur Umgliederung bzw. Neuaufstellung begonnen und am 21. November der Stab des Landwehrregimentes 301 gebildet.

 

 

 

 

4.PzGrenBrig verlegt nach Ebelsberg [15, 45, 49]

 

Hörsching, 09.09.1968 - Am 9.September 1968 verlegten das Kommando der 4.PzGrenBrig unter ObstdG Anton Gasslhuber von Hörsching nach Ebelsberg. Somit lag Ende 1968 nur mehr das PzB14 der 4.PzGrenBrig am Fliegerhorst Vogler. 

 

 

 

 

Flugunfall mit einer DH 115 "Vampire" [12, 20, 45]

 

Linz-Pichling-Hörsching, 04.10.1968 - Im Ortsteil Ufer/Pichling bei Linz ereignete sich ein Flugunfall. Die beiden Piloten Lt Brückner und Lt Witeschnik sind nach Triebwerksausfall ihrer DH 115 "Vampire" mit dem Schleudersitz ausgestiegen.

 

 

 

Die Unglücksstelle in Pichling

 

 

Die Aufschlagstelle befand sich direkt neben der Lackfabrik Ludwig Christ. Die „Vampire“ war seit 0940 Uhr auf einem Übungsflug im Raum Salzburg-Klagenfurt-Graz und Wien unterwegs, als die beiden Piloten knapp vor der Landung im Heimathafen Linz-Hörsching plötzlich am Instrumentenanzeiger einen starken Abfall der Drehzahl feststellten.  

 

Insgesamt dreimal versuchte Pilot Leutnant Witeschnik, mit allen möglichen Mitteln, das Triebwerk wieder anzulassen. Als dies nicht glückte, entschloss sich der verantwortliche Einsatzpilot Leutnant Brückner, der als „Rechtssitzender“ keine Möglichkeit einer Handhabung mehr besaß, das ausgestiegen wird. Leutnant Brückner als verantwortlicher Pilot meldete an die Flugleitung: „Sind in 8.000 Meter Höhe, haben Triebwerkstopp, wir steigen aus!“

 

Das Kuppeldach wurde weggesprengt und Lt Brückner stieg als erster aus. Wenige Sekunden später – man hatte noch keine Bodensicht – folgte Lt Witeschnik, der noch versucht hatte das Fugzeug in südliche Richtung abzusteuern. Die Alarmnachricht vom Absturz an die Flugleitung löste rascheste Hilfsaktionen aus. 

 

Die speziell ausgestattete Flughafenfeuerwehr verlegte sofort zur Absturzstelle und in Hörsching starteten zwei Militärhubschrauber zur Bergung. Die Linzer Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Pichling wurden ebenfalls alarmiert. Eine Bewohnerin der Siedlung hatte dankenserterweise die Feuerwehr Linz alarmiert.

 

Fliegerarzt Oberleutnant-Arzt Dr. Kretz untersuchte die beiden Piloten, die mit einem Hubschrauber zum Flugplatz zurückgebracht worden waren und konnte bestätigen, dass beide Piloten völlig unversehrt sind. Die Schleudersitze haben ausgezeichnet funktioniert.

 

 

 

 

Heimat- und Staatsbürgerkunde in der Grundausbildung [15]

 

Die Heimat- und Staatsbürgerkunde sollte den Rekruten die Begriffe Heimat, Vaterland und die Werte der demokratische Republik Österreich als lebender Organismus näher bringen und Sinn und Zweck der Landesverteidigung klarmachen. Leider mussten wir auch feststellen, dass unter den Rekruten so manch einer war, der des Lesens und Schreibens unkundig war, auch kannten sehr viele Rekruten die Hauptstädte und auch die Länder Österreichs nicht namentlich aufzählen. Also brachte diese Ausbildungsstunde doch vielen eine Bereicherung ihres Wissensgebietes näher.

 

 

 

 

Reorganisation der Heeresversorgungstruppen [3, 8]

 

Hörsching, 01.11.1968 - Gemäß Erlass GZ 309.932-Org/68 - Durchführungsbestimmungen Nr. 6 wurde die Reorganisation der Heeresversorgungstruppen angeordnet. So kam es zur Entstehung des Heeresfeldzeuglager HÖRSCHING, mit dem Kommando in Hörsching, sowie der I. und II. Lagerabteilung in WELS, einer LgAbt in Linz, einer eigenen Lagerabteilung HÖRSCHING nur für Luftfahrzeuge, sowie einer LgAbt Übernahme in WELS.

 

 

 

Unterbringung des HFzLg Hörsching

 

 

Angänglich wurde das Heeresfeldzeuglager im alten "Kriegsgefangenlager", sowie im Hangar 5 teiweise untergebracht. Nach Abriss des Kriegsgefangenlagers und der adaptierung des Hangar 5 war das HFzLg HÖ ausschließlich hier untergebracht (siehe rote Ovale).