Administration
 
1956

Besichtigung des Horstes durch das Amt für Landesverteidigung [1, 12]

 

Hörsching, 22.06.1956 - Heute besichtigte eine Vertretung des Amtes für Landesverteidigung die Anlagen des Fliegerhorstes und unterzog diese einer Prüfung in Hinblick auf die Verwendbarkeit durch Einheiten österreichischer Luftstreitkräfte. Der Fliegerhorst wurde auf Landes- und Bundesebene den Österreichischen Fliegerkorps zugesagt.

 

 

 

 

 

 

Aufstellung der 4.Brigarde [12, 58]

 

Hörsching, 01.08.1956 - Trotz der Zusagen an die Fliegerkräfte wurde in Hörsching ein neuer, großer Heeresverband - die 4.Brigade - aufgestellt. Hierzu wurden das Feldjägerbataillon 13 (FJgB13), das Infanteriebataillon 14 (InfB14) gemeinsam mit der Brigadesanitätsanstalt 4 (BrigSanA4) und der Brigadesanitätskompanie 4 (BrigSanKp4) in der 4. Brigade, einem Heereskörper der Gruppe III (GrpIII), zusammengefasst.

 

 

 

1. BrigKdt
Obst Edmund ROTHANSL

 

Zum gleichen Datum vormittags, traf der 1. Brigadekommandant der 4. Brigade Oberst Edmund Rothansel mit seinem Chef des Stabes Oberstleutnant Otto Auswöger in Hörsching ein. Nach Übernahme der Kanzlei- und Unterkunftsräume fuhren die Herren nach Ebelsberg zum FJgB13. Dort machen sie sich mit dem Ortskommandanten, Mjr Obermair, bekannt. Die ersten Tage waren durch diverse Antrittsbesuche bei den Organen der Politik und Sicherheit sowie bei der Ergänzungsabteilung OÖ geprägt.

 

 

 

Heeresgliederung 1956 [15]

 

 

 

 

 

Die ersten Fliegerkräfte kommen nach Hörsching [12, 51]

 

Hörsching, 16.08.1956  - Das Vorkommando der Fliegerkräfte trifft aus LANGENLEBARN kommend in HÖRSCHING ein. Kommandant des Vorkommandos war Hauptmann Alfred SCHLIFELNER. Dieser hatte den Auftrag, die Anlage Hörsching zu übernehmen und Vorbereitungen für den Flugbetrieb durchzuführen, also eine Fliegerhorstkompanie aufzustellen und die Bodenorganisation für einen militärischen Flugbetrieb vorzubereiten. Der damalige „Hausherr"der Panzerkaserne Hörsching, zugleich Kommandant der Panzertruppenschule und Kasernenkommandant in Hörsching - Mjr Franz Waldeck, begrüßte die eintreffenden Flieger angeblich nur mit den Worten : „Hier ist die Kaserne, Quartier habe ich keines, da draußen ist der Flugplatz, der gehört euch!"

 

Interessant ist die Tatsache, dass bereits am 1. April 1956 in Langenlebarn die Fliegerhorstabteilung I aufgestellt und dieser auch bereits gemäß BMLV, GZ 350.573-III/L/56 eine noch nicht aufgestellte Fliegerhorstkompanie 2/FlHAbt I in Hörsching  unterstellt wurde. Als Kommandant der FlHAbt I wurde Mjr Leopold Bilogran eingeteilt. Geplant war die Errichtung und Aufstellung einer Flugzeugführerschule C für schwere und mehrmotorige Flugzeuge in Hörsching. Siehe auch die Planungsvorgaben für die Fliegerhorstkompanie von 1956.

 

Das aus gesamt 10 Mann bestehende Vorkommando war ledig mit einem GMC und einer ausgeborgten Schreibmaschine ausgestattet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der PzTS wurde der Fliegertruppe als erstes Objekt der Block 7 (heute Objekt 13 - ehem. FMBetrRVKp) zugewiesen. Kanzleistellen standen noch keine zur Verfügung. Diese wurden in den Folgewochen dann in der Halle 2 eingerichtet, in welcher auch die Flugleitung einzog. 

 

 

 

 

Die Panzerkaserne Hörsching [1, 15]

 

Der erste Name des ehemaligen und des heutigen Fliegerhorstes lautete kurzerhand "Panzerkaserne Hörsching" (vermutlich weil die erste diese Liegenschaft beziehende Organisation eine Panzereinheit war). Diesen Namenszug sah man sogar am Haupteingang, montiert an den alten, amerikanischen "Main entrances sign".

 

 

 

Haupteinfahrt in die Panzerkaserne Hörsching im Jahre 1956

 

 

 

 

 

 

Die Panzertruppenschule Hörsching [1, 8, 50]

 

 

 

 

Hörsching, 13.09.1956 - Am 13. September 1956 verfügte das Bundesministerium für Landesverteidigung die Aufstellung einer Panzerabteilung in Hörsching. Der neugeschaffene Verband wurde anfangs als I. Panzerschulabteilung der Panzertruppenschule bezeichnet und bestand aus dem Abteilungsstab und zwei Panzerkompanien. Die beiden Panzerkompanien führten die Bezeichnung 1. PzKp (T-34) und 2. PzKp (M-24). Mit dem Kommando über die I. (Panzer) Abteilung (=Panzerschulabteilung) wurde Hptm HOLZER Josef betraut. Als Adjudant wurde ihm Oblt SCHWARZ Walter zugewiesen. Als Kommandant 1. PzKp wurde Lt DEMEL Helmut und als Kommandant 2. PzKp Hptm SCHLÖGL eingeteilt.

 

 

 

Hptm HOLZER Josef bei der Begrüßung des 1. ET/1956

 

 

Der erste Einrückungstermin von Grundwehrdienern war der 15. Oktober 1956. Zur 1. PzKp rückten insgesamt 155 Mann und zur 2. PzKp 156 Mann ein. Die erste Stärkemeldung lautete: 7 Offiziere, 3 Militärakademiker, 1 Gendarmeriebeamter, 17 Unteroffiziere und 48 Chargen und 311 Rekruten.

 

 

 

 

Kampfpanzer T-34 im Einsatzraum Burgenland

 

 

Der für den Herbst 1956 geplante weitere Ausbau der I. Panzerabteilung (Panzertruppenschule) mußte abrupt abgebrochen werden. Am 24. Oktober 1956 erhält die I. Panzerabteilung im Zusammenhang mit der UNGARN-Krise den ersten Alarmbefehl. Infolge des ungarischen Volksaufstandes wurden zwei Alarmkompanien aufgestellt. Am 24.10.1956 verlegt eine gemischte Kompanie (6 T-34 und 5 M-24) unter dem Kommando von Hptm DEMEL im Eisenbahntransport nach WR. NEUSTADT mit Einsatzraum BURGENLAND.

 

Am 08.11.1956 verlegt die 2. (Pz) Kp unter Hptm SCHLÖGL nach WR. NEUSTADT und Teile der 1. (Pz) Kp kehren wieder nach HÖRSCHING zurück. Nach Anschluß des Sicherungsdienstes verlegt die 2. (Pz) Kp nach GÖTZENDORF.

 

 

 

Kampfpanzer M-24 in Einsatzraum Burgenland

 

 

 

Aber auch der Fliegerhorst selbst wurde mit den Auswirkungen der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn konfrontiert. Ein Teil der nach Österreich gelangten Ungarnflüchtlinge wurde über den Flughafen Hörsching in andere Weststaaten gebracht. Die Koordination mit den 19 beteiligten Fluggesellschaften und Organisation des Weitertransportes von ca. 7.500 Flüchtlingen und 250 Tonnen Fracht oblag der Flughafenbetriebsgesellschaft.

 

 

 

Angetretende PzTS vor dem Hangar 1 - FlWft [3]

 

 

 

 

 

Erinnerungen eines langgedienten Unteroffiziers [14]

 

Vzlt i.R. Peter Repa rückte 1956 zur Panzertruppenschule Hörsching ein. „Wir sind immer hinausmarschiert, mit Gesang durch Hörsching, dann hatten wir meistens schon „Bodenkontakt“. Grund dafür war einmal mein leises aber doch vernehmliches Rufen aus der Marschkolonne nach einem Briefträger (unser ZgsKdt  war  der kriegsgediente Wachtmeister Hannesschläger, der  nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft  Briefträger in Leonding war). Der Wald war bedeutend größer als heute. Wir übten auch mit Panzern M-24. Einer rutschte einmal in einen Bombentrichter, wobei der Bugschütze beinahe ertrunken wäre“.

 

 

M24 der PzTS versenkt in einem Bombentrichter

 

 

 

 

Besuch des Offizierseinweisungskurses EBELSBERG bei der PzTS im Juli 1956 [3]

 

Im Juli 1956 wurde in der Kaserne EBELSBERG ein Einweisungskurs für junge Offiziere abgehalten. Im Rahmen der Ausbildung wurde auch die PzTS, welche zu diesem Zeitpunkt in Hörsching disloziert war, besucht. Besichtigt werden konnten der T34, T47, sowie der Funkraftwagen M8. Als Höhepunkt wurde eine Fahrt in kaserneneigenen Fahrschulgelände durchgeführt.

  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956
  • Besuch OffzEKW aus Ebelsberg im Juni 1956

 

 

 

 

Befehl zur Führung von Kommandotagebüchern [3, 12]

 

Hörsching, 01.08.1956 - Gemäß Erlass GZ 232.422-I/Präs/56 wurde angeordnet, dass alle Gruppen- und Brigadekommanden, sowie das Fliegerführungskommando in TULLn - LANGENLEBARN Tagebücher zu führen haben. Es wurden die einzutragenden Daten dezintiert aufgelistet. So zum Beispiel die Neuaufstellung von Einheiten, Änderungen der organisationsmäßigen Gliederung, usw.

 

Für Hörsching bedeutet das, dass das Kommando der 4.Brigade diese Tagebücher führen müssen. Gerade diese Tagebücher sind er, welche die tatsächliche Geschichte am Fliegerhorst erzählen. Jene der 4.Brigade befinden sich im Archiv des Kommando 4. Panzergrenadierbrigade in Hörsching, jene des MilKdo OÖab 1963 befinden sich beim Kommando des MilKdo OÖ im Archiv.

 

 

 

 

Die Fliegerwerft entsteht [12, 51]

 

Im September 1956 erfolgte die Abholung der Fahrzeuge für die aufzustellende Fliegerwerft aus WELS. Bei der Abholung wurde ein Krad so stark beschädigt, sodass es nicht mehr verwendbar war. Die Maschinen und Gerätschaften für die unter der Leitung von Ing. FISCHILL aufzustellenden Werft wurden mit Eisenbahn von LANGENLEBARN nach HÖRSCHING verfrachtet. Ein Großteil der Maschinen wurde dabei wegen schlechter Verladung in LALE stark beschädigt und somit unbrauchbar.

 

 

 

 

 

 

Flüchtlingskonvoi von Hörsching nach Salzburg [12, 51]

 

Das Flugplatzkommando unter Hptm SCHLIFELLNER stellte im Oktober 1956 mit einem von der Panzertruppenschule ausgeborgten Jeep den Begleitschutz für einen ungarischen Flüchtlingstransport in ein Lager nach SALZURB sicher.

 

 

 

 

 

Formierung der ersten Kompanie der Fliegertruppe [1, 15]

 

Am 17. Dezember 1956 erfolgte die Formierung der ersten Kompanie der Fliegertruppe in Hörsching - der Fliegerhorstkompanie 2 / FlHAbt I, bestehend aus 18 Mann des Flugplatzkommandos. Kompaniekommandant Major Erich Hügel übernahm das Kommando. Die Kompanie war eine abgetrennte Einheit der Fliegerhorstabteilung I aus LANGENLEBARN.

 

 

KpKdt
Mjr Erich HÜGEL