Administration
 
1955

Allgemeines [1]

 

Die Geschichte des Fliegerhorstes Vogler in Hörsching seit Belegung durch Einheiten des Bundesheeres im Jahr 1955 bis zum Beginn der 70er Jahre war geprägt von einem häufigen Wechsel in der Belegung, vor allem durch die Heeresteile, einem stetigen Auf- und Ausbau der Einheiten und Strukturen der Fliegertruppe, sowie dem Bestreben der zivilen Flughafenbetriebsgesellschaft, sich vom Militär zu trennen und ein dem internationalen Standard entsprechender Flughafen zu werden.

 

Für die Instandhaltung der Kasernbauten selbst wurde in diesen Jahren, außer für akuteste Reparaturarbeiten, keine oder kaum Geldmittel aufgewendet. Es waren nunmehr zum Teil Generalsanierungen vieler Objekte erforderlich geworden. Erst ab Mitte der 1980er Jahre wurde nach baubehördlichen Sperren von Objekten und der Zurverfügungstellung der erforderlichen Budgetmittel durch das Bundesministerium für Landesverteidigung begonnen, die Kaserne wieder in einen der Zeit entsprechenden Zustand zu versetzen.

 

Für die Generalsanierung der Objekte des Fliegerhorstes wurde in den Jahren 1988 35 Millionen, 1989 110 Millionen und 1990 42 Millionen Schilling aufgewendet. Mit diesen Mitteln wurden unter anderem sämtliche Unterkunftsgebäude und die Flugzeughallen neu eingedeckt, sämtliche Sanitärräume aus der Erbauerzeit generalsaniert, die Truppenküche und die Heeressanitätsanstalt völlig umgebaut und eine neue Kraftfahrzeug-Tankanlage errichtet.

 

 

Gelände vor der Kaserneneinfahrt 1955 [3]

 

 

 

 

 

Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Linz-Hörsching [1]

 

 

Am 11. Jänner 1955 wurde nach langwierigen Verhandlungen mit den amerikanischen Besatzungstruppen die zivile „Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Linz-Hörsching" gegründet und in der Halle 3 des Flugplatzes einquartiert. Der Flugverkehr stand jedoch weiterhin unter der Oberaufsicht der US-Besatzungsmacht. Erst am 12. August 1955 übergaben die Amerikaner die Flugplatzanlagen und ihre bisher ausgeübten Agenden an die zivile Leitung der Flughafenbetriebsgesellschaft.

 

Schon bald nach Übernahme der vollen Verantwortlichkeit über den zivilen Flugverkehr in Hörsching wurden von der Flughafenbetriebsgesellschaft Pläne für den Ausbau der zivilen Flughafenanlagen ausgearbeitet. Hatte der Zivilflughafen im Jahre 1955 bei 70 Linienflügen ein Passagieraufkommen von 399 Personen und 71.490 kg Fracht gehabt, verlor Linz nach Abzug der russischen Besatzungsmacht und Freigabe der Flugplätze im Osten Österreichs einen Großteil des Verkehrsaufkommens und den gesamten Linienverkehr an Wien.

 

 

Luftaufnahme Fliegerhorst Hörsching 1955 [3]

 

Schrägansicht nach Norden [3]

 

 

 

 

Denkmalenthüllung für Capt. John J. Hayes [3]

 

Hörsching, 04.07.1955 - An diesem Tag wurde das Denkmal für den am 28.12.1954 abgestürzten Piloten des US. Force, Capt. John. J. Hayes und dessen Bordmechaniker PFC W. L. Pruett in würdiger Form enthüllt. Capt. Hayes war als "Keuchhustenpilot" bekannt, da er Höhenflüge für keuchhusten Kranke österreichische Kinder flog. Staatssekretär Dr. Adolf Schärf bedankte sich vor der angetretenen amerikanischen US-Militärbehörde für den Einsatz im Rahmen der Menschlichkeit. Landeshauptmann DDr. Heinrich Gleissner lobte das Engagement von Capt. Hayes mit bewegenden Worten.

 

 

Dr. Adolf Schärf bei den Dankesworten

Quellehttp://data.onb.ac.at/rec/baa664022

 

 

LH DDr. Heinrich Gleißner bei seiner Ansprache

Quelle http://data.onb.ac.at/rec/baa664020

 

 

Das Denkmal am ehemaligen Platz vor dem MilKdo OÖ [3]

 

Die Inschrift lautet:

 

Zur Erinnerung an
Captain John James Hayes
Hauptmann der Armee der Vereinigten Staaten
von allen geliebt wegen seiner unermüdlichen Teilnahme an Luftrettungseinsätzen
und seiner Höhenflüge zur Heilung österreichischer Kinder,
welcher im Alter von 34 Jahren
am 28. Dezember 1954
mit seinem Mechaniker
Ob.Gefr. W. L. Pruett
während eines Beobachtungsfluges zur
Warnung der Linzer Bevölkerung gegen drohende Hochwassergefahr
tödlich verunglückt ist!

 

 

 

 

Ministerübereinkommen zur zivilen Mitbenutzung [1]

 

Hörsching, 01.09.1955 - In einem Ministerienübereinkommen vom 20. August 1955 wurde die zivile Mitbenützung des Militärflugplatzes Hörsching geregelt und festgelegt, dass vom Bundesheer der Flughafenbetriebsgesellschaft die erforderlichen Anlagen und Räume zur Verfügung gestellt werden müssen. So wurde der Hangar 3 mit Zubauten für die Abfertigung, Luftfrachtumschlagung, Verwaltung, Speditionen, Zoll und Büros der Fluggesellschaften, sowie die Halle selbst zum Abstellen von Bodengerät und Flugzeugen dem Zivilflugplatz überlassen.

 

Somit waren zum Zeitpunkt des Abzuges der Amerikaner im September 1955 die Flughafenbetriebsgesellschaft und Heerestruppen des in Aufstellung begriffenen Bundesheeres bereits am Fliegerhorst fix einquartiert. Sie (die Flughafenbetriegsgesellschaft und das Bundesheer) übernahmen daher auch die jeweiligen Teile des Fliegerhorstes von den Amerikanern.

 

 

 

 

Übernahme des Horstes durch das Österreichische Bundesheer [3]

 

Die Belegung durch österreichische Einheiten haben im Sommer 1955 begonnen. Seit der Ausrüstung der Fahreinheiten der B-Gendarmarie fanden am Fliegerhorst Lehrgänge für Österreicher statt, die anläßlich der Aufstellung des Bundesheeres verstärkt durchgeführt wurden. Mit 15. August 1955 wurden Offiziere und Kaderpersonal von den verschiedenen Fahreinheiten für die Bildung einer "Panzer- und Mot-Schule" zusammengezogen und nach Hörsching verlegt.

 

Dem Stab dieser Schule gehörten an: GendMjr Herbert Nekola und die GendOblte Dr. Trettner, Sametz, Brosch-Foraheim, Polivka und Kerschbaumer. Kurz darauf wurde aus diesem zusammengewürfelten Verband die "privisorische GzMot-Schule" gebildet, die sich aus der 1. Unterabteilung (ehemalige prov. Gz-Mot Abt1), der 4. Unterabteilung (vorher Aufklärungszüge I-IV der prov. Gz-Abt) und aus der Kraftfahrschule zusammensetzte. Im Herbst 1955 wurde die 2. Unterabteilung mit den amerikanischen Kampfpanzer vom Type M-24 und die 3. Unterabteilung mit dem amerikanischen Panzerspähwagen M-8 aufgestellt.

 

Gleich nach der Übernahme der Flugplatzanlagen wurden sechs Hangars zur Lagerung von Waffen, Geräten und Fahrzeugen verwendet. Die Hälfte des Hangar 3 gehörte zur Hälfte der Flughafenbetriebsgesellschaft. Die Halle 6 wurde auch weiterhin als Sporthalle verwendet. Die Häfte davon diente allerdings in erster Linie als Frachtumschlagplatz für die zivile Luftfahrt. Die Freihaltung der für den Zivilbetrieb notwendigen Anlagen und Räume wurde trotz einer beabsichtigten Aufstellung einer Fliegertruppe durch den Ministerrat zu 100% garantiert worden.

 

 

 

Mittlerer Kampfpanzer M24 [3]

 

 

Die „prov. Gz.Mot-Schule" wurde daraufhin noch im Dezember 1955 in „Panzertruppenschule" umbenannt und kurz darauf auch mit russischen Kampfpanzern des Typs T-34 ausgerüstet. Der Wunsch von Major Nekola, am Fliegerhorst Hörsching die „Panzerzentrale und Zentralschule der Kraftfahrausbildung des Bundesheeres" zu schaffen, schien Wirklichkeit zu werden.

 

 

 

Fahrschule an Fliegerhorst Vogler mit T34 [15]

 

 

 

4. Unterabteilung der PzTS Hörsching vor Objekt 13

 

 

 

 

 

Aufstellung Übernahmekommando [3, 69]

 

Hörsching, 01.10.1955 - Mit der Beendigung der Besatzung der US-Soldaten am Camp McCauley begann ein neues Kapitel in der Horstgeschichte. Die US-Besatzer liesen nur einige Offiziere und Unteroffiziere, welche die Übergabe des als US-Hilfe deklarierten Militärgerätes beaufsichtigten. Auf österreichischer Seite kam es zur Aufstellung eines Übernahmekommandos mit Sitz in HÖRSCHING. Hauptaufgaben dieses Übernahmekommandos waren Lagerung von amerikanischem und zu sehr geringem Teil russischem Gerät und die Ausgabe an die neu aufgestellten Einheiten des Bundesheeres.

 

 

 

 

 

Abkommen über die Verfügung gewisser Vermögensschaften zwischen USA und Österreich [12]

 

Wien, 26.09.1955 - Henry Harley „Hap“ Arnold war ein US-amerikanischer General of the Army und General of the Air Force. Er und der Bundespräsident der Republik Österreich, Julius Raab - bekannt als der "Staatsvertragskanzler" unterzeichneten am 26.09.1955 einen Vertrag, welcher die Ansprüche der USA und die Rückgabe der Vermögenswerte an die Republik Österreich regelte. Gemäß diesem Vertrag mit der Nummer 3930, wurden an das Nachfolgemilitär in Österreich verschiedenste Gegenstände, Objekte und Anderes übergeben.

 

Im US Camp McCauley wurden nachfolgende Sachen übergeben:

 

Pionier - Fertighäuser      
         
Anzahl Baujahr Größe Bauweise Hergestellt in
         
1 Stk 1947 20x48m Stahlbauweise U.S.A.
1 Stk 1947 20x64m Stahlbauweise Europa
1 Stk 1947 36x87m Holzbauweise Hergestellt in Europa
1 Stk 1950 20x20 Stahlbauweise U.S.A.
2 Stk 1953 20x98m Stahlbauweise U.S.A.
1 Stk 1953 28x53m Holz- und Stahlbauweise U.S.A. und Europa
1 Stk 1953 20x36m Stahlbauweise U.S.A.
     
         
Telefonleitungen        
         
1 Einheit Telefonkabel  1000m 150 paarig L.C. (Luft) U.S.A.
1 Einheit Telefonkabel 600m 100 paarig bewehrt L.C. (Untergrund) U.S.A.
         
         
Pioniergerät        
         
1 Stk Kompressor 3 CFM 220V U.S.A.
1 Stk Schmiede mit Doppelfeuerstelle elektrisch 75x40 Zoll U.S.A.
1 Stk Schleifmaschine Radmasse 8x12Zoll 220V U.S.A.
2 Stk Schleifmaschine Radmasse 8x12Zoll 380V U.S.A.
4 Stk Drehbank Marke Swing 7x7 Zoll 220V U.S.A.
1 Stk Drehbank Marke Swing 6x7 Zoll 220V U.S.A.
1 Stk Fräsmaschine Makre Allzweck 220V Germany
1 Stk hydr. Presse 30 Tonnen mit Gestell Austria
1 Stk hydr. Presse 60 Tonnen mit Gestell Austria
1 Stk Bohrpresse Marke Swing Banktypus 3/8 Zoll auf 4 Zoll U.S.A.
1 Stk Bohrpresse Marke Swing Banktypus 3/8 Zoll auf 5 Zoll U.S.A.
1 Stk Bohspresse Marke Swing Banktypus 1/2 Zoll auf 20 Zoll U.S.A.
1 Stk Maschinensäge Blatt 10 Zoll 220V Austria
1 Stk Mech. Schere Blatt 1/8 x 8 Zoll Handbetrieb Austria
1 Stk Mech. Schere Blatt 3/16 x 10 Zoll Handbetrieb Austria

 

 

 

 

 

 

Panzertruppenschule feiert Weihnachten[15]

 

Hörsching 12.1955 - Geselligkeit ist in allen Zeiten ein sehr gutes Mittel die Kameradschaft zu steigern und zu fördern. Bei untenstehenden Bild kann man die Heiterkeit und Fröhlichkeit förmlich erkennen. Diese Aufnahme wirde im Zuge der Weihnachtsfeier der Panzertruppenschule im Dezember 1955 aufgenommen. Am rechten Bildrand ersichtlich der Kommandant der Panzertruppenschule Obstlt WALDECK und der noch junge Olt POLIVKA. Im Bild nicht zu sehen unser bekannter Kamerad Vzlt Josef NAPOKOJ, welcher gerade als Komiker die anwesenden Gäste erheiterte.

 

 

Eine ausgelassene Truppe - Weihnachten 1955 bei der PzTS [15]