Administration
 
1946

DP in Oberösterreich [8]

 

Nach dem Einmarsch der Alliierten 1945 befanden sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches zwischen 6,5 Millionen und 7 Millionen DPs. Unter diesem Begriff wurden Zivilisten verstanden, die sich infolge des Krieges nicht mehr in ihrem Herkunftsland befanden, aber nach den Vorstellungen des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte dorthin zurückkehren sollten. In der weit überwiegenden Mehrheit handelte es sich dabei um Personen, die sich als ehemalige KZ-Häftlinge oder Zwangsarbeiter, oder als von den Nationalsozialisten angeworbene ausländische Arbeitskräfte in den nunmehr westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Österreichs befanden.


In der Erklärung von Jalta (Krim-Konferenz: vom 4. bis zum 11. Februar 1945) hatten sich die Alliierten die Repatriierung der Kriegsflüchtlinge – die Rückführung von Flüchtlingen in ihr Heimatland – zum Ziel gesetzt. Bis Ende des Jahres 1946 konnten knapp sechs Millionen DPs in ihre Heimat zurückgeführt werden. Für ungefähr eine Million Menschen kam jedoch eine Rückkehr in ihre Heimat nicht in Frage. Das waren vor allem ehemalige Zwangsarbeiter, die nicht in ihre von der Sowjetarmee besetzten Heimatländer zurückkehren wollten, jüdische Überlebende des Holocaust, die im Osten ihre gesamte Existenz verloren hatten, aber auch Osteuropäer und Balten, die freiwillig in der Wehrmacht gekämpft oder gearbeitet hatten, um die Befreiung ihrer Länder von den Russen zu erreichen, und nun Repressalien in ihren Heimatländern fürchteten.


Die Unterbringung und Versorgung einer derartig großen Anzahl von Menschen gestaltete sich schwierig. Die Militärverwaltungen in den drei westlichen Besatzungszonen betrauten daher die Hilfsorganisation UNRRA der Vereinten Nationen mit der Betreuung der Lager, die offiziell als assembly centers bezeichnet wurden. Für jedes Lager war ein so genanntes UNRRA-Team verantwortlich. Es bestand in der Regel aus acht Verantwortlichen für unterschiedliche Bereiche der Lagerverwaltung und sechs Funktionsträgern (Koch, Krankenpfleger, Fahrer, Schreibkraft). Ab 1947 übernahm die Nachfolgeorganisation der UNRRA, die IRO die Verwaltung der DP-Lager. In Oberösterreich stellte sich die Lage wie folgt dar:

 

 

 

 

 

 

 

United States Forces in Austria - USFA [08]

 

Die USFA war eine amerikanische militärische Organisationseinheit der Besatzungszeit in Österreich, welche von 1945 bis 1955 existierte und nicht nur militärisch-administrative Funktionen hatte, sondern auch kulturell große Auswirkungen zeigte.

 

Installiert wurde die United States Forces Austria am 5. Juli 1945. Sie bestand aus Verbänden der 7. US-Armee (wurde im März 1946 aufgelöst) und 3. US-Armee und unterstand ab 1947 dem US-Oberkommando für Europa (European Command EUCOM), dann dem US Army Europe (USAREUR) mit Hauptquartier in Frankfurt am Main (ab Frühjahr 1948 Heidelberg). Sie umfasst bis zu 40.000 Mann, im Oktober 1954 nur mehr 15.000 Mann.

 

 

USFA - Verbandsanzeichen

 

 

 

 

Delogierungen und Umquartierungen [1]

 

Bürgermeister Adolf Jarosch berichtet. Im Frühjahr 1946 wurde bekannt, daß die amerikanische Besatzungsmacht die Absicht habe, die Fliegerhorstsiedlung zu beschlagnahmen, um Familien der Amis unterzubringen. Besonders österreichische Familien waren in Gefahr, delogiert zu werden. Baracken als Ersatzquartier wurden von den Amis angeboten. Begreiflich, dass die von dieser Maßnahme bedrohten Familien bestürzt waren. Dabei standen in Hörsching weder Baracken noch Wohnungen frei, es herrschte hier ein Wohnungsnotstand ohnegleichen vor.


Ich setzte mich als damaliger Bürgermeister sofort mit dem Herrn Landeshauptmann Dr. Gleißner und dem amerikanischen General Reinhart im Landhaus in Verbindung. Ich protestierte heftig und energisch gegen die beabsichtigten Delogierungen in Hörsching. Der General zeigte kein Verständnis. Zähe weitere Verhandlungen, unterstützt von Herrn Landeshauptmann Dr. Gleißner, folgten.

 

Von der Besatzungsmacht wurden schließlich auch die Stadtgemeinden Linz, Steyr und Wels herangezogen, Ersatzwohnungen für Hörsching zur Verfügung zu stellen. Schweren Herzens stellten die Stadtväter dieser Stadtgemeinden zusammen ca. 100 Neubauwohnungen für Hörsching bereit: Linz (Neue Heimat) 68 und Steyr (Münichholz) und Wels (Vogelweide-siedlung) je 16 Wohnungen.

 

 

 

 

LKW-Pool des 70th Engineer Battailon 

 


Mit amerikanischen Lastwagen vom Camp Mc-Cauley wurden die Umsiedlungen vorgenommen. Mehrere österreichische Familien siedelten nicht um. Sie nahmen notdürftig Unterschlupf bei Bauern und in Gasthaussälen. Nur die Bewohner der Häuser 81 bis 90 der Fliegerhorst Siedlung Hörsching konnten bleiben (meist Österreicher). Diese 40 Wohnungen waren jedoch überbelegt. In der Regel teilten sich zwei Familien eine Wohnung.

 

 

 

 

 

Man richtet sich ein [3]

 

Ein Großteil der in Hörsching stationierten Amerikaner waren sogenannte "enlisted mans", also längerdienende Soldaten. Diese gehörten unterhalten und versorgt. In der ehemaligen UO-Messe, welche erst im Jahre 2012 durch das Militärkommando OÖ geschlossen wurde, war die ehemalige "E.M. Mess I" untergebracht. Im Bereich des heutigen LTLZ die "E.M. Mess II". Innerhalb dieser beiden Versorgungselemente gab es sogar eine eigene Währung - die EM-Münze. Diese interne Währung galt in allen Messen in Linz und Umgebung.

 

 

 

 

E.M. Messclub I - später UO-Messe des ÖBH bis 2012

 

 

 

Die interne Währung der GI`s

 

 

 

Hochzeit eines GI`s am Fliegerhorst [32]

 

Hörsching, 30.03.1946 - Lt. Col. Johnny Martin von der "79th Fighting Group" heiratete die Rot-Kreuz Schwester Mary McElroy in der Kirche in Traun. Die Feierlichkeiten wurden im Fliegerhorst Hörsching abgehalten.

 

Das Brautpaar verläßt den Horst - Spalier der GI`s

 

 

 

Das Brautpaar vor der Kirche in Traun

 

 

 

Feier im Officers Club Hörsching

 

 

 

 

Truppenzeitung für die Army Air Base Hörsching [12]

 

Hörsching, 16.05.1946 - Heute ist eine neue Truppenzeitung für die Army Air Base Hörsching erschienen. Diese trug den Namen "WAS IST LOS - Unofficial Newspaper of Hörsching Army Air Base".

 

 

 

Ausgabe vom 18.05.1946

 

Berichtet wurde über alles auf dem Fliegerhorst. Angefangen von den der Hystorie der Kaserne, über den Neuen Red Cross Club (Offiziersclub), Tanzabenden, Basketballturnieren, usw.

 

 

 

Luftfahrt für Österreicher verboten (7)

 

Am 19.11.1946 wurde das Amt für Zivil-Luftfahrt aufgelöst. Die zivile- und militärische Luftfahrt war für die Österreicher verboten. Ein Verkehr mit zivilen Flugzeugen fand nicht statt.

 

 

 

 

 

 

Stationungsliste der US Army und der US Force 1946 [12, 18]

 

Nachfolgende Einheiten der US Army und der US Force waren im Jahre 1946 auf der Air Base Hörsching stationiert und untergebracht:

 

  • 7604th Troop Command

  • 124th Mbl Army Surg Hospital

  • 4th Cavalry Reconnaissance Squadron mech

  • 56th Army Postal Unit APO 174

  • 63th Signal Operation Battailon Detachment B

  • 70th Engineer Battailon

  • 510th Field Artillery Battalion

  • 430th CIC Detachment B

  • 640th Engeneer Service Company

  • 77th Field Artillery Company

  • 1th AACS Squadron Radio

  • 7669th MIS Detachment HQ

  • 12th CID Detachment B

  • 25th Trans Traffic Regulatin Battailon

  • 32nd Ordonance Company

  • 102nd Trans Traffic Regulating Company

  • 318th Finance Disbursind Agency

  • 516th Signal Company

  • 544th Quartermaster Company

  • 572nd Military Police Company

  • 116th AACS Squadron Weather Station / 618

  • DP Screening Team Nr. 48

  • Fire Marshall Dept

  • CID (Criminal Investigarion Command)

  • OSS (Office of Strategic Services)

  • FOX Theatre

  • USACA Linz Field Office (U.S. Allied Commission for Austria )

  • Womens good will to austria club

  • KOFA Radio Station

  • Dependents Schools

 

 

DP in Oberösterreich [8]

 

Nach dem Einmarsch der Alliierten 1945 befanden sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches zwischen 6,5 Millionen und 7 Millionen DPs. Unter diesem Begriff wurden Zivilisten verstanden, die sich infolge des Krieges nicht mehr in ihrem Herkunftsland befanden, aber nach den Vorstellungen des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte dorthin zurückkehren sollten. In der weit überwiegenden Mehrheit handelte es sich dabei um Personen, die sich als ehemalige KZ-Häftlinge oder Zwangsarbeiter, oder als von den Nationalsozialisten angeworbene ausländische Arbeitskräfte in den nunmehr westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Österreichs befanden.


In der Erklärung von Jalta (Krim-Konferenz: vom 4. bis zum 11. Februar 1945) hatten sich die Alliierten die Repatriierung der Kriegsflüchtlinge – die Rückführung von Flüchtlingen in ihr Heimatland – zum Ziel gesetzt. Bis Ende des Jahres 1946 konnten knapp sechs Millionen DPs in ihre Heimat zurückgeführt werden. Für ungefähr eine Million Menschen kam jedoch eine Rückkehr in ihre Heimat nicht in Frage. Das waren vor allem ehemalige Zwangsarbeiter, die nicht in ihre von der Sowjetarmee besetzten Heimatländer zurückkehren wollten, jüdische Überlebende des Holocaust, die im Osten ihre gesamte Existenz verloren hatten, aber auch Osteuropäer und Balten, die freiwillig in der Wehrmacht gekämpft oder gearbeitet hatten, um die Befreiung ihrer Länder von den Russen zu erreichen, und nun Repressalien in ihren Heimatländern fürchteten.


Die Unterbringung und Versorgung einer derartig großen Anzahl von Menschen gestaltete sich schwierig. Die Militärverwaltungen in den drei westlichen Besatzungszonen betrauten daher die Hilfsorganisation UNRRA der Vereinten Nationen mit der Betreuung der Lager, die offiziell als assembly centers bezeichnet wurden. Für jedes Lager war ein so genanntes UNRRA-Team verantwortlich. Es bestand in der Regel aus acht Verantwortlichen für unterschiedliche Bereiche der Lagerverwaltung und sechs Funktionsträgern (Koch, Krankenpfleger, Fahrer, Schreibkraft). Ab 1947 übernahm die Nachfolgeorganisation der UNRRA, die IRO die Verwaltung der DP-Lager. In Oberösterreich stellte sich die Lage wie folgt dar:

 

 

 

 

 

 

Objektsansichten 1946 [18]

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 416th Night Fighter Squadron [12, 18]

 

Hörsching, 1946 - Das 416. Nachfliegergeschwader, eines der 3. NFG der USAF (sie flogen die legendäre P-61 Black Widow), waren seit August 1945 auf dem Fliegerhorst stationiert. Untergebracht waren die Flieger im Hangar 5. Im Oktober 1946 wurde das Geschwader nach Schweinfurt in Deutschland verlegt und dort aufgelöst.

 

 

 

 

416th Night Fighter Squadron - Hangar 5