Administration
 
1945

Auflösung Kampfbeobachterschule 2 am 15.01.1945 [1]

 

Am 15. Januar 1945 erfolgte die offizielle Auflösung der Kampfbeobachterschule 2 in Hörsching [2]. Am Ostersonntag, den 1.April 1945 kamen die ersten Flüchtlinge aus Wien (meist Österreicher) nach Hörsching. Sie berichteten, daß die Russen unmittelbar vor Wien stehen, nachdem das Burgenland schon besetzt sei. Die immer weiter vorstoßenden Truppen der alliierten Streitkräfte erforderten eine stetige Zurücknahme der deutschen Luftwaffenverbände. So verlegten Anfang 1945 zahlreiche fliegende Kampfverbände auf den Fliegerhorst Hörsching. Zum Teil verlegten sie bald weiter auf andere Fliegerhorste und zum Teil wurden sie wegen Versorgungsschwierigkeiten aufgelöst und das Personal zu Erdkampftruppen versetzt.

 

 

 

 

 

 

Kommando Luftflotte 4 in Hörsching [3]

 

Am 01.04.1945 verlegte das Kommando Luftflotte 4, Kommandant Generaloberst Otto Dessloch nach Hörsching. Am 21. April 1945 erfolgte die Umbenennung in Luftwaffenkommando 4. Ende April 1945 erfolgte die Versetzung von Dessloch zum Kommando Luftwaffenkommando 6.

 

 

GenOb Otto Dessloch

 

 

 

 

 

 

Dritter und Vierter Luftangriff auf Hörsching [1]

 

Am 25. April 1945 nachmittags ging ein weiterer Fliegerangriff auf Hörsching nieder. Wahrscheinlich waren es englische Tiefflieger. Die strohgedeckte Überländ der Bäuerin Anna Niedermayr (heute Spaller) wurde in Brand geschossen. 

 

Am 27. April 1945 nachmittags gab es erneut einen englischen Tieffliegerangriff auf Hörsching, der ohne vorzeitigen Fliegeralarm auszulösen, weit von Westen durchkam.

 

 

 

 

 

Noch in Hörsching befindliche Kampfverbände [1, 2, 25, 42]

 

Infolge  des  Verlustes  ihrer  Einsatzhäfen  im  Osten  verlegten  Anfang  April  das J.G.76, bestehend aus II./J.G.51, lI./J.G.52, I./J.G.53 und ungarische J.Grp. 101, und die Schlachtgeschwader 9 und 10 auf die Platze Hörsching und Wels [42]. 

 

 

Am 3.Mai 1945 lagen folgende fliegende Einheiten und Verbände  auf dem Fliegerhorst Hörsching:

 

  • Stab/Jagdgeschwader  76  (in Auflösung)

  • II.  Gruppe/Jagdgeschwader  52  (ohne  1.  Staffel)

  • II.  Gruppe/Jagdgeschwader  51  (in Auflösung)

  • I.  Gruppe/Jagdgeschwader  53  (in Auflösung)

  • 3.Staffel  (F)/121

  • 1.Staffel  (F)/Nacht

  • Fern-Aufklärungsgruppe  4

  • 1.Staffel/Nah-Aufklärungsgruppe  13

  • 1.Staffel  (F)/100

  • Ungarische  Jagdgruppe  101

 

Die  Angehörigen des  Stabes/JG  76  und  der  unterstellten II./JG  52  verließen  mit  anderen  Luftwaffensoldaten  am  3.Mai  1945 nachmittags  den Fliegerhorst und  erlebten das Kriegsende  in einem Auffanglager im Raum Salzburg. In den ersten Mai-Tagen führte die US-Luftwaffe täglich mehrfach Tiefflugangriffe auf die Horstanlagen und abgestellte Flugzeuge durch. Bestehende Start- und Landebahnen, Rollwege und Gebäude wurden nicht bekämpft [25].

 

In  den  letzten  Monaten  des  Krieges  war  die  FI.H.Kdtr.  A(o)  8/XV1I  dem Kdo./FI.H.Ber.4/VIII in Frohnleiten bei Graz, später Aigen, unterstellt worden [42].

 

 

 

Gratulation an einen Ritterkreuzträger des JG52 [14]

 

 

Als einer der letzten Verbände befand sich die Anfang 1945 aufgestellte, dem Luftwaffenkommando 4 (ehemals Luftflotte 4) unterstellte "Transport-Staffel 200" am Platz. In dieser Einheit wurden die bei verschiedenen Verbänden verbliebenen restlichen viermotorigen Maschinen vom Typ Focke-Wulf FW 200 "Condor" zusammengezogen.

 

 

 

Crew der Transportstaffel "Condor" 200 [14]

 

 

Als der Treibstoff und die Ersatzteile  immer knapper wurden, andererseits aber auch die Reserven für die Bodentruppen fehlten,  begann man fliegende Verbände  und  Bodeneinheiten  aufzulösen  und  die dadurch  frei  gewordenen Luftwaffensoldaten dem Heer für den Erdeinsatz zur Verfügung  zu stellen. So verlegte von Hörsching und Wels aus das Personal des am 8. April 1945 aufgelösten K.G.(J)27  "Boelke" in den Raum Semmering-Wechsel, wo es mit Gebirgsjägern,  Panzerjägern,  Volkssturm,  Marine-Angehörigen  (vom  ehemaligen Hafen-Kdo. Odessa und einer U-Boots-Besatz) unter anderem  als "Kampfgruppe Semmering", später als 9.Gebirgs-Oivision, im Erdeinsatz kämpfte [42].

 

Die Aufklärungsgruppe 33/3.Staffel führte mit 5 Besatzungen mit Siebel 204 Überführungen von Linz-Hörsching nach Klagenfurt durch, um diese Maschinen dort zum Schlachtflieger für ein Nachtschlachtgeschwader umrüsten zu lassen. Am 25. März 1945 begann der Rückzug des verbleibenden Teils der Staffel Hörsching über die Flugplätze Götzendorf und Markersdorf und am 9. April 1945 erfolgte die endgültige Verlegung nach Kirchham in Bayern. Dort wurden die letzten Maschinen durch einen amerikanischen Luftangriff vernichtet. Die verbleibenden Besatzungen und Mannschaften wurden auf andere Verbände verteilt, viele kamen zum Erdeinsatz [01]. Die Siebel 204 war auch Trägerflugzeug für die Lippisch mit dem Typ "DM-1". Dieses kleine Flugzeug erreichte in der Versuchsphase mit Rückstoßantrieb schon eine Geschwindigkeit von 1360 Km/Std [08].

 

 

 

Siebel 204 [08]

 

 

 

Abzug oder Flucht aus dem Fliegerhorst setzt ein [1, 2, 25]

 

Am 3. Mai nachmittags zog der größte Teil der im Fliegerhorst Hörsching stationiert gewesenen Offiziere  und Mannschaften ab.  Nur ein geringer Teil der Soldaten blieb zur Bewachung zurück. Die Wachmannschaft begann unter Beteiligung der  Zivilbevölkerung die Horstanlagen zu plündern. Daraufhin verhängte der Fliegerhorstkommandant,  Obstlt Dr.Fuss das Standrecht [25].

 

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 52 verlegte nach dem Verlust Wiens am 18. April nach Hörsching. Um der heranrückenden Roten Armee auszuweichen, folgte am 28. April die Verlegung nach Eferding. Am 1. Mai kehrte die Gruppe nach Hörsching zurück, verlegte am 4. Mai nach Zeltweg und am 8. Mai nach Kaprun und Neubiburg, wo die Gruppe kapitulierte.

 

 

 

Truppenabzeichen Teile Jagdgeschwader 52 [2]

 

 

Vor allem Schlacht- und Panzerjagd-Staffeln waren noch soweit einsatzfähig, dass sie von Hörsching und auch Wels in die Erdkämpfe eingriffen. Im April 1945 starteten von Hörsching aus noch einige Düsenjagdflugzeuge vom Typ Messerschmitt Me 262 zu Einsätzen im Westen [1].

 

Die Gruppe hatte schon im Herbst 1944 ihre Kampfflugzeuge mit den Düsenmaschinen tauschen und von den in Süddeutschland rasch vorrückenden  US-Truppen  von  Schwäbisch  Hall  über  Nürnberg-Fürth  noch  Hörsching verlegen müssen.  Die III. Gruppe stand bereits im Erdeinsatz. Als die Amerikaner vor Ulm und München standen, halfen auch der II. Gruppe in Hörsching die Sonderausweise für "Angehörige eines Strahlverbandes" nichts mehr gegen den sogenannten "Heldenklau". Sie wurde am  24. April  in Landau/Isar aufgelöst, unter Major Grundmann einem Grenadierregiment für den Erdeinsatz unterstellt  und  geriet bei  Straßkirchen  in  amerikanische Gefangenschaft.

 

Die noch einsatzfähigen Maschinen wurden samt Piloten an Adolf Gollands "J.V.44" abgegeben, der noch Ende April nach Salzburg verlegte. Anfang Mai kamen nochmals 7 Me-262 dieses Geschwaders in Hörsching an. Es  waren die letzten sieben Maschinen von der 2./I./K.G.(J)51, die unter Hptm. Abrahomczik am 30.04.1945 von München-Riem über Hörsching nach Prag-Rusin weiterverlegten, wo sie in die Erdkämpfe eingriffen.

 

 

 

Düsenjäger Me 262

 

 

Als am 4. Mai die US-Truppen Wels besetzten, sprengten am Abend des 4. Mai aus Linz kommende SS-Einheiten die ca. 350 am Platz befindlichen Flugzeuge und große Munitionsbestände. Nach Aufgabe der Einsatzplätze im Osten verlegten Anfang April 1945 Teile des Schlachtgeschwaders 10 (II./S.G.10 , ursprünglich Bad Vöslau, danach Markersdorf) sowie das J.G.76 (bestehend aus II./J.G.51, II./J.G.52, I./J.G.53 und ung.J.Grp.101) nach Hörsching. Hörsching war Standort für die "2.(F)/33, Reste der 2.(F)/121 und 1.(F)/Nacht.Heinz Ewald listet die II./JG 52 in Hörsching , Mitte April & Anfang Mai 45. Sein Flugbuch zeigt für den 17.04.45 den Eintrag "Überführung Fels a. W. nach Hörsching" und für den 04.05. die Überführung "Hörsching nach Zeltweg". Verlegung der Me 262 nach Prag.

 

 

 

 

 

 

Plünderungen am Fliegerhorst [1]

 

Die Soldaten der zahlreichen in diesen Tagen im Fliegerhorst stationierten Einheiten und Verbände der Luftwaffe verließen ihn am 3. Mai 1945. Die unmittelbar nachfolgenden Plünderungen der Horstanlagen durch die verbliebenen Wachmannschaften unter Beteiligung der Bevölkerung konnte vom Fliegerhorst-Kommandanten nur durch Verhängung des Standrechtes verhindert werden.

 

 

 

 

 

 

Die letzten Hörschinger Aktivitäten am Fliegerhorst [1]

 

Der Treibstoff- und Ersatzteilmangel zwang in den letzten Kriegstagen einen Großteil der Maschinen zum Verweilen am Boden. Die Restbestände an Flugbenzin wurden an einige mit dem "Panzerblitz" ausgerüstete FW 190 Maschinen ausgegeben und diese griffen noch in die Erdkämpfe mit den Sowjet- als auch US-Truppen ein. Die meisten fliegenden Einheiten wurden aufgelöst und die Besatzungen sowie die Mannschaften des Bodenpersonals wurden Heereseinheiten zugeteilt. Anfang Mai kam es laufend zu Tieffliegerangriffen auf das Flugplatzareal mit den vielen abgestellten Maschinen.


 

 

 

 

 

Letzter Abflug vom Feldflughafen Raffelding bei Eferding [1, 36]

 

In diesen Tagen standen die US-Truppen mit ihrer 65. Infanteriedivision im Raum Eferding in harten Kämpfen mit deutschen SS-Einheiten, in die letztmalig von einem Ausweichflugplatz des Fliegerhorstes Hörsching in Raffelding startende Kampfflugzeuge des Typs Messerschmitt Me 109 eingriffen. Trotzz des Widerstandes der dort eingesetzten 2. SS-Panzerdivision "Der Führer" wurde der Feldflugplatz Raffelding bei Eferding am 4. Mai 1945 durch das 260. Infantrieregiment der 65. US-Infanteriedivision genommen. Bei dem letzten Gefecht gab es auf deutscher Seite 14 Tote und auf amerikanischer Seite 1 toten Soldaten zu beklagen.

 

 

 

Me 109

 

 

 

 

 

Letzter Abflug aus dem Fliegerhorst Hörsching [Bericht Hr. Schmidt]

 

Donnerstag, den 03. Mai 1945
 
Ein Tag wie jeder andere und doch so vieles anders. Man sagte: ". ..morgen könnte der Ami hier sein, mit Eiltempo rückt er näher." Morgens hörte man bereits aus der Feme leisen Gefechtslärm. Der zur Gewohnheit gewordene Fliegeralarm blieb aus. Nur im Großraum Linz erhöhte Feindjägertätigkeit, was die Nähe der Frontlinie dokumentierte.
 
"Hier ist der Draht-und Rundfunk Oberdonau mit der Befehlsstelle des Gauleiters. Achtung, die Luftlage: Erhöhte Tieftliegergefahr! Bei annäherndem Motorengeräusch sofort Fliegerdeckung nehmen. Ich wiederhole " - So schnarrte das Radio den ganzen Tag.
 
Gegen mittag traf ich auf dem Flur meiner Unterkunft zwei Unteroffiziere. An ihren Abzeichen erkannte ich ihre Zugehörigkeit zum fliegenden Personal. "Euch schickt mir der Himmel!" Ich fragte woher und wohin. Es stellte sich heraus, daß es ein Flugzeugfuhrer und ein Kampfbeobachter einer aufgelösten Einheit war. Ich schilderte meine Lage und daß ich dringend einen Kutscher benötigte. Ich fuhrte den beiden meinen fuhrerlosen Vogel vor und beschwichtigte ihre kurzzeitigen Bedenken mit den tröstenden Worten: "Gar kein Problem. Du knüppelst und ich erledige das Technische."
 
 
Meine neue Besatzung willigte ein, und ich war mit meiner B 24 wieder flugfähig. Der Name des Piloten war Karl-Richard Friebel, aus Bremen stammend, etwa 25 Jahre alt. Sein Kamerad, der Kampfbeobachter etwa im gleichen Alter, auch aus Norddeutschland stammend. Leider ist mir sein Name entfallen. Auf jeden Fall zwei tolle Burschen mit jugendlichem Unternehmungsgeist und Tatendrang. Die sich auch nicht vor besonderen Herausforderungen furchteten, was anderntags noch unter Beweis gestellt wurde.
 
Zunächst quartierte ich die beiden in eines der vielen freien Stuben ein. Der Fliegerhorst war schon
beachtlich leer geworden, der sonstige Betrieb war verschwunden. Die Einheiten lösten sich auf. Viele sahen zu, rechtzeitig nach Hause zu gelangen und eine Maschine nach der anderen
dampfte ab zu Zielen, die vermeintliche Sicherheit versprachen um einer Gefangenschaft oder
einem Heldentod zu entgehen. Ob sich diese Hoffnungen alle erfullt hatten?
 
Nachmittags gegen 17,00 h fielen die ersten Artilleriegeschosse auf Linz und auf der anderen
Seite der Donau zogen drohende Kriegsgewitter näher, die mir gegen alle Zweifel das nahende Kriegsende einhämmerten. Trotz allem hatte ich die unerschütterliche Gewißheit, dass mir nichts passieren könnte, was meiner optimistischen Lebenseinstellung entsprach.
 
Oder war das alles nur in einer leichtsinnigen, jugendlichen Unbekümmertheit begründet?
Abends saßen Ingrid (Gattin), meine neue Besatzung und ich auf meiner Stube und wir beschlossen
am nächsten Morgen bei Tageslicht und guten Sichtverhältnissen nach Aigen/Steiermark zu starten. Wir hatten keine Blindflugmöglichkeiten und Erfahrungen mit dieser Maschine über den Drahtrundfunk wurde bekanntgegeben, daß um 24,OOh der Gauleiter des Gaues Oberdonau und Reichsverteidigungskommissar Eigruber zur Bevölkerung sprechen wird.
 
Ich bat Ingrid mit uns zu fliegen, damit wir in dieser unsicheren Zeit zusammen bleiben
können. Doch Ingrid konnte sich nicht entscheiden. Sie befurchtete, dass man ihr Fahnenflucht
und unkameradschaftliches Verhalten vorwerfen könnte. Das wollte sie vor sich selber nicht
verantworten. Außerdem ständen Lkws fur die Mädels im Gefahrenfalle bereit und fur alles
wäre gesorgt. - Ich glaubte nicht daran, aber was so ein rechter Dickkopf war, der wußte es
besser. Um Mitternacht verabschiedeten wir uns, da Ingrid zum Gemeinschaftsempfang der
Gauleiterrede in ihrer Unterkunft sein mußte.

 

 

Freitag, den 04. Mai 1945


Der Gauleiter sprach, daß nun fiir die Bevölkerung des Gaues eine schwere Zeit anbrechen würde, gab Verpflegung fiir eine weitere Zuteilungsperiode frei, erklärte Linz und andere Städte als offene Städte und Lazarettorte, gab ein Sprengverbot fiir Brücken, Industrie-und
Kasernenanlagen bekannt. Er verabschiedete sich von seinem Gau und bat die Bevölkerung ihr Deutschtum nicht zu vergessen.

Unmittelbar nach der Rede karn Ingrid völlig aufgelöst zu mir: " Was soll ich nur machen? Bei uns geht alles drunter und drüber. Wir sollen zusehen wie wir fortkommen! Kurz entschlossen ging ich mit Ingrid in die Engelsburg, packte ihre Habseligkeiten und quartierte sie bei mir ein.

 

Mein Entschluß stand fest: So früh als möglich wird gestartet. Ich ging sofort zur Halle um meine Mühle herauszurollen, aber das war leichter gedacht als getan, zumal sie verkehrt herum stand und 24 t waren nun auch kein Pappenstiel. Eine Zugmaschine stand auch nicht zur Verfügung. Die Lage wurde langsam brenzlig und der ferne Geschützlärm immer heftiger. Linz stand unter schweren Beschuß. Gegen 03,30h gab es Großalarm für den Fliegerhorst.

 

Ich holte mir in der Flugleitung noch einige Informationen und das aktuelle Wetter, das auch nicht rosig war. Weiterhin noch eine Portion ESN-Munition für unsere Leuchtpistolen, damit wir uns als deutsches Flugzeug kenntlich machen konnten. Gegen 04,30h rückte uns eine ganz gehörige Portion ,,Milchsuppe" (Nebel) auf den Platz. Keine Startmöglichkeiten, sicheres "QBI". - Um 07,OOh erwischte ich ein Kettenkrad und mein Vogel stand endlich vor der Halle.


Wenn, ja wenn der verflixte Nebel nicht wäre, dann, ja dann könnten wir schon in der Luft sein! Mit uns warteten noch etliche andere Besatzungen mit ihren Maschinen auf ,,fm". Uns wurde es langsam aber sicher immer ungemütlicher. Naßkalter Nebel hüllte alles ein. Aus der Ferne tönten dumpf die Artillerieeinschläge aus dem Raum Linz. Das Warten war furchtbar, denn die Zeit lief uns davon. - Es wurde 08,OOh - 09,OOh - 1O,OOh - endlich riß die Nebeldecke auf. Sonnenklarer Himmel, Linz brannte und über uns kreisten Feindjäger!


"Fin" aber ,,mio" = Flugwetter aber Luftgefahr ! Wieder nichts! Was machen? Starten oder warten? Mit den Kameraden von der anderen Feldpostnummer war nicht zu spaßen! Also doch lieber warten. - Die Sonne spielte mit dem glatten Leib meiner geliebten Ami-Maschine, mit deutschem Tarnanstrich.

 

Wohin wird sie uns bringen, wenn die über uns kreisenden Feindjäger das Flugzeug heil lassen? - Und die Herren waren gar nicht so. Erstaunlich, man ließ uns in Frieden. - Ja, man beachtete uns gar nicht. - Oder glaubte man über uns: Die kriegen wir da unten sowieso bald? Gegen mittag als sich unser Magen meldete, besorgten Ingrid und meine neue Besatzung Nachschub. Inzwischen trat ein Feldwebel eines JG (Jagdgeschwaders) auf uns zu und bat mich fiir das fliegende Personal einer bereits gestarteten Staffel, das Gepäck nach Aigen Mitzunehmen. Ich willigte ein und wir wurden beladen. - Nach einer nahrhaften kalten Mahlzeit legten wir uns hinter dem Leitwerk in das Gras um abzuwarten, was noch kommen könnte.

 

Das Granatfeuer entfernte sich etwas ostwärts von Linz. (Später erfuhren wir, dass Linz bereits um 10,30h eingenommen wurde.) Ein Sprengkommando jagte eine Maschine nach der anderen in die Luft, alle Flugzeuge die ohne Besatzung oder startunfahig waren. Uns wurde angeraten baldigst zu starten, da die Aussichten noch heil fortzukommen sich ständig verschlechterten. Wir waren noch unschlüssig und wollten noch warten, bis die Jäger im Luftraum abnahmen, was gegen 17,OOh zutraf. - Ich ließ die vier Motoren warmlaufen. Die letzten Instruktionen wurden erteilt und an den Start gerollt. Friebel auf dem Kutschersitz links, ich nahm den rechten Platz ein und hinter uns befand sich Friebels Kumpel, unser Kampfbeobachter. Ingrid saß am linken Seitenfenster und im Heckraum hatte sich der Feldwebel breit gemacht, dessen Gepäck wir beförderten.

Nochmals abgebremst, die Pulle rein, Turbinenhebel nach vorn und vier mal 1200 PS heulten auf Die Liberator nahm schnell Fahrt auf 200 - 250 - 280 km/h. Abheben, Fahrwerk rein und Hörsching lag hinter uns. - Unter uns lag Wels, nanu? Feindliche Panzer im Ort! Soweit sind die Brüder schon? - Rum auf Südkurs. Wir erreichten schnell eine Sicherheitshöhe von 2400m. Vor uns der Traunstein, malerisch vom Traunsee umgeben. Ein friedliches Bild und um uns Krieg und Verderben. - Wir gingen auf Ostkurs, 1. - 2. - 3. Tal, so hier rein und auf nach Aigen. Vor uns über der Alpenmitte baute sich eine Schlechtwetterfront auf Das hatte wenig Zweck, da konnten wir nicht durch nach Aigen - "Halt, was ist das da unten?" - ,,Ein Landekreuz!" - "Mensch da steht doch eine Condor!"

 

Das kann nur Micheldorf sein - "Der Ami ist schon hier", die Worte eines aufgeregten Kameraden. - "Blödsinn, soweit sind die noch nicht. Los ESN raus." - Ich schoß unser gültiges Erkennungssignal (ESN) und eine grüne Leuchtkugel (das hies, wir sind eine deutsche Maschine und wollen landen.) Es folgte eine gelbe Leuchtkugel von unten. (Landeabsicht erkannt.) Dann weitere Signalmunition, um uns vor einem Berghang zu warnen. Also Vorsicht! Es stand nur eine Landebahn von ca. 900m zur Verfügung und dahinter ein hoher Berg. Durchstarten also nicht möglich, dann hängen wir fest wie eine Briefmarke! 


"Friebel paß auf, die Landung gut einteilen" - Wir drehten einige Runden um uns zu informieren. - ,,Na dann wollen wir mal!" - Fahrwerk raus - Landeklappen raus Nachdrücken - immer noch ein Affenzahn - der Berg kam immer näher - ,.,Bremsen! Bremsen!" - Wir latschten auf die Bremspedalen, es stank nach irgend welchen überanspruchten Teilen, der Berg raste auf uns zu - Maschine stand! - Das ging noch einmal
gut. - "Prima hingehauen, haste toll gemacht Friebel!" - Der Bursche hatte das echte fliegerische Gefühl, ein Naturtalent, fürwahr.


Wir waren sogleich von Landsern umgeben. Oberleutnant Stahnke, Pilot der FW 200-Condor und unser Staffelkapitän, kam mit einem Fahrrad über den Platz um uns zu begrüßen. Wir erzählten von Hörsching und Linz und waren froh, wieder bei unseren Kameraden zu sein. Ingrid blieb am Flugzeug und wir gingen nach Micheldorf um etwas zum essen und trinken zu besorgen. Weil nicht sofort eine Unterkunftsmöglichkeit für Ingrid und mich zur Verfügung stand bereiteten wir uns in meinem geliebten Liberator ein Nachtlager mit Decken.

 

  

 

Pilot Uffz Karl-Friedrich Friebel und die notgelandete
B-24 Liberator in Micheldorf

 

 

 

 

 

 

 

Luftangriffe auf die Landeshauptstadt Linz und deren Umgebung [12]

 

Die Luftangriffe auf Oberösterreich begannen bereits im Jahre 1944. Bis zum Jahresende gibt es 27 Luftangriffe in Oberösterreich, die meisten Bomben fallen in Linz, Wels und Steyr.  Der Einsatz der FlAK im Großraum Linz wurde vermutlich unter anderem durch die Kommandostelle im Linzer Limonikeller geleitet.

 

 

 

Kommandostelle Limonikeller [44]

 

 

Die verheerendsten Luftangriffe waren:

 

  • 25.Februar 1944 HGW, Stockstoffwerk

  • 16. Oktober 1944 HGW

  • 25. Dezember 1944 Verschubbahnhof Wels

  • 20. Jänner 1945 Verschubbahnhof Linz

  • 23./24. Februar 1945 - Kugellagerfabrik Steyr

  • 25. Februar 1945 Verschubbahnhof Linz

  • 25. März 1945 Verschubbahnhof Wels

  • 25. April 1945 Linz Bahnhof, HGW

 

 

 

Militärische Gründe für die Luftangriffe auf die Landeshauptstadt Linz im Bild [12]

 

 

 

 

Panzerfertigung in den Hermann Göring Werken

 

   
 
   

Fertige Panzer und nach Luftangriff zerstörte Panzer in den HGW

 

 

U-Boot Zusammenbau in der Schiffswerfte AG

 

 

 

 

Bildergalerie über Luftangriff auf Linz 1944 - 1945 [14]

  • Bomberangriff der RAF am 02.03.1944
  • Bomberangriff der USAF am 25.07.1944
  • Aufklärung der RAF am 13.08.1944
  • Bomberangriff der USAF am 15.11.1944
  • Bomberangriff der USAF am 20.01.1945
  • Bomberangriff der USAF am 20.01.1945
  • Bomberangriff der USAF am 25.02.1945
  • Bomberangriff der USAF am 25.02.1945
  • Bomberangriff der USAF am 25.02.1945
  • Aufklärung der RAF am 09.04.1945
  • Bomberangriff der USAF am 24.04.1945
  • Bomberangriff der USAF am 25.04.1945
  • Bomberangriff der USAF am 25.04.1945
  • Aufklärung der USAF a, 23.06.1945

 

 

 

 

Bildergalerie über den letzten Luftangriff auf Linz am 25.04.1945 [12]

  • Abgeworfenes Flugblatt der US Force
  • Linz vor dem Bombenangriff
  • Bombenabwurf auf Linz
  • Abflug nach Bombenabwurf - Consolidated B-24 Liberator Bomber
  • Linz am 25. April 1945
  • Statistik der Bombenabwürfe über Österreich

 

 

 

 

 

Ein kleiner Scherz - Ausgabe 1998 [64]

 

 

Der ehemalige Jagdflieger Heinz Ewald Esau, 1./JG52 - stationiert in Hörsching, beschreib in seinem 1998 erschienen Buch "Wo wird sind ist immer Oben" einen kleinen, aber bösen Scherz, welchen sich Unteroffiziere mit den Offizieren erlaubten. Aber lesen sie selbst.

 

 

 

 

 

 

 

Lynchjustiz am Fliegerhorst [12, 68]

 

Hörsching, 04.04.1945 – Am Fliegerhorst Hörsching fand ein Kapitalverbrechen, ein Verbrechen gegen jeden Anstand und Moral, auch in Kriegszeiten statt. Am 01.04.1945 waren vom Fliegerhorst Ramitelli, Campobasso, Italien alliierte Flieger der 301st Fighter Squadron der 15. US Luftflotte zu einen Angriff auf den Bahnhof nach St. Pölten aufgestiegen. Die 301. war einer von vier afroamerikanische Jagdstaffeln im Zweiten Weltkrieg. Diese wurden bekannt als die „Tuskegee Airmen“ – die am meisten ausgezeichnetste Fighter Squadron des 2. Weltkrieges. Der Auftrag an die 301. Lautete Begleitschutz für die B-24 Bomber „Libarator“. 

 

Nach dem Angriff auf St. Pölten angeschlossen waren flogen die B-24 direkt zurück nach Italien. Die 301st. flog mit ihren P-41 Mustangs entlang der Donau Richtung Westen. Donauschiffe und andere Ziele sollten ausgeschaltet werden.  Als die 8 Maschinen sich der Hermann Hörig Werke näherten, setzte massives FlAK-Feuer ein und die Maschinen drehten Richtung Norden ab und flogen weiter nach Westen.

 

Südlich von Wels entwickelte sich daraufhin ein regelrechter Luftkampf mit den Welser und Hörschinger Fliegern der Luftwaffe. Es wurden vier deutsche und zwei amerikanische Flieger abgeschossen. Beiden US-Piloten gelang es mit dem Fallschirm abzuspringen. Flight Officer William P. Armstrong landete südlich Wels und konnte nicht aufgefunden werden. Der zweite, der 24-jährige 2nd Lt. Walter P. Manning landete mit seinem Fallschirm in Kematen an der  Krems. Dort wurde er gefangengenommen und sofort von einer aufgebrachten Menge belagert. Einige Wehrmachtssoldaten wollten ihn sofort erschießen. Ein Oberzahlmeister der Wehrmacht rettete den Kriegsgefangenen, indem er ihn in sein Auto lud und in den Fliegerhorst Linz-Hörsching brachte. Den lokalen Nazis war das gar nicht recht. Der NSDAP-Ortsgruppenleiter beharrte auf der Herausgabe der Trophäe und informierte höhere Stellen.

 

 

2nd Lt. Walter P. Manning +

 

 

In der Nacht zum 04.04.1945 gegen drei Uhr morgens erschienen zwei NS-Führungsoffiziere – Hptm Berg und Lt. Hammer, bei vom KG51 „Boelcke“ - in der Wachstube, unterstützt von fanatisierten Nazis, die sich vor dem Kasernentor versammelt hatten und erzwangen unter Waffenandrohung die Herausgabe von Manning. Manning wurde herausgezerrt und schwer misshandelt, bevor man ihm die Hände am Rücken zusammenband und ihn an einem Telegrafenmast unmittelbar neben der Kommandantur erhängte. An den Füßen des Ermordeten wurde ein Schild mit der Aufschrift „Wir helfen uns selbst! Der Werwolf.) angebracht.

 

Der am Fliegerhorst arbeitende Zivilist Adolf Tausek fand am 04.04.1945 den Flieger am Telegrafenmast erhängt vor. Er verständigte die Fliegerhorstkommandantur und ihm wurde seitens des Militärarztes lediglich mitgeteilt, er solle ihn halt abschneiden und verscharren. Das Opfer war über und über mit blauen Flecken überdeckt – also schwerst misshandelt worden.

 

Tausek wandte sich unmittelbar nach der Besetzung durch US-Truppen an den ersten Menschen in US-Uniform, um diesen die erhaltenen Habseligkeiten von 2nd Lt Manning zu übergeben. Auf Grund von Sprachschwierigkeiten scheiterte die Übergabe und man nahm von den Vorkommnissen keine Notiz. Tausek, welcher Manning begraben hatte, pflegte das Grab im Fliegerhorst. Erst als Tausek zu Allerseelen 1945 dabei beobachtet wurde wie er ein Holzkreuz zimmerte und aufstellen wollte, befragten die Soldaten Tausek und erfuhren so vom Mord an dem Airmen 2nd Lt. Walter P. Manning. Der Kommandant der Kaserne versuchte, den Vorfall zu vertuschen. Er sprach von einem „Scherz“. Die Ermittlungen der US-Behörden  1945 verliefen ergebnislos. 2nd Lt. Walter P. Manning wurde im Sommer 1946 nach Frankreich überführt und auf dem französischen US-Militärfriedhof in St. Avold in Lothringen beigesetzt.

 

 

 

Luftangriffe auf den Fliegerhorst [30]

 

Im Zuge der letzten schweren Luftangriffe der 15th USAAF am 25.04.1945 auf die Landeshauptstadt Linz, wurde auch der Fliegerhorst Hörsching Ziel des Luftangriffes. Nachstehende Aufnahmen wurden durch US Air Force unmittelbar nach dem Luftangriff gemacht. Ursprünglich rechnete man auf eine Besetzung des Horstes durch die aus Osten anrückenden sowjetischen Truppen. 

 

 

 

Zahlreiche Einschläge im Bereich Start- und Landebahn 1

 

 

Luftaufnahme vom 24.5.1945 Bereich ehem. NF-Anlagen

 

 

 

 

 

Geheime Flucht Hitlers von Hörsching nach Barcelona - ein Fake ! [2, 8, 12, 47]

 

In William Greens Buch "Die Kampfflugzeuge des III. Reiches" ist nachzulesen, dass am 26.04.1945 ein Flug mit dem Führer und Kanzler Adolf Hitler samt Gefolge von Hörsching nach Barcelone geplant gewesen wäre. Der Flug sollte mit einer Ju-290A erfolgen. Auch im Buch "Monogram Close-Up 290" des Engländers Thomas H. Hitchcock ist das nachzulesen. Dort wird es sogar richtig spannend. Der erste Flug von Hitlers Flucht nach Spanien hat laut Angaben am 26. April 1945 von Finsterwald (Deutschland) nach Barcelona gehen sollen. Geflogen wurde angeblich mit einer Ju-290 A-6 (Werknummer 0185, KZ KR+PL). Die Spanier haben aber die Nichtauslieferung nicht bestätigt, also wieder zurück. Noch spannender wird es dann noch mit den Veröffentlichungen eines Befehlsdokumentes des bekannten  Dokumentenfälschers "Peter Stahl" alias "Gregory Douglas" alias "Freiherr von Mollendorf" (nicht zu verwechseln mit dem Autor und ehem. Oberleutnant der Luftwaffe Peter W. Stahl, Verfasser der Bücher "Kampfflieger zwischen Eismeer und Sahara" und "Geheimgeschwader KG 200", von dem er offenbar eines seiner Pseudonyme geklaut hat. Tatsache ist, dass es diese Flüg nie gegeben hat. Es gab allerdings einen geplanten Flug am 30. April 1945.

 

 

 

Der Fake Befehl des Fälschers Peter Stahl

 

 

 

Auszug aus "Die Einsätze des geheimen KG200" von Bernard&Graefe 1988:

 

"Hauptmann Braun von der 1./KG 200 befand sich mit seiner Ju 290, Überführungskennzeichen PJ + PS in Erwartung eines wichtigen Auftrages seit dem 18. April 1945 auf dem Flugplatz Hörsching bei Linz. Hier erreichte ihn am 30. April 1945 ein von der Ic Abteilung der Luftflotte 6 ausgefertigter Befehl, der ihn anwies "eine bestimmte Personengruppe [...] sobald als möglich nach Barcelona zu fliegen". Wer diese Personen sein sollten, ist nicht mehr zu ermitteln. Die Angaben von Major Bellmann, der diesen Befehl unterschrieben hat und Obstlt Kienitz, dem damaligen stellvertr. Chef der Ic Abt. sind unterschiedlich. Wahrscheinlich waren es aber Mitglieder von Regierungen, die mit dem Reich zusammengearbeitet hatten. Bellmann gibt u.a. an, daß der Flug deshalb nicht durchgeführt worden sei, weil angeblich keine Zusagen der Spanier vorgelegen hätten, diese Personen nicht an die Alliierten auszuliefern.

 

Der Flug wurde laut handschriftlicher Notiz von Major Bellmann Ic Abteilung der Luftflotte 6 am 3. Mai abgesagt. Braun erhielt jedoch, als er diese Dienststelle, um zu erfahren, ob der Auftrag noch bestehe, zwei Tage später anrief, die Antwort, er habe sich für diesen Flug weiter zur Verfügung zu halten und auf den einzig noch freien Flugplatz - nach Königgrätz - auszuweichen. Er startete daher zu dem befohlenen Ziel am 5. Mai um 10:00 Uhr, um dort weitere Weisungen abzuwarten.

 
 
 

 

Flugauftrag Hptm Braun

 

 

 

 

Aktennotiz Major Bellmann zum Flug

 

 

 

 

 

 

Versuch einer friedlichen Übergabe an die Alliierten [1, 12]

 

Nach dem Überschreiten der ehemaligen österreichischen Grenze bei Schärding und Oberndorf durch zwei amerikanische Divisionen Ende April 1945 konnten diese bis zum 3. Mai bis nach Ried im Innkreis bzw. Waizenkirchen vorstoßen. Nunmehr stand fest, dass Hörsching nicht von russischen, sondern US-Truppen eingenommen werden würde. Nach der Stabilisierung der Front in Niederösterreich in etwa entlang der Traisen zeichnete sich die Einnahme durch die rasch aus Westen (Niederbayern) vorstoßenden US-Einheiten ab. 

 

 

 

Patch der 71st Infantry Division

 

 

Am  4.Mai  1945  überschritten Einheiten der 71st Infantry Division bei Wels die Traun und besetzten kampflos die Stadt Wels.  Sie erreichen den Raum Marchtrenk.  Der Bürgermeister von Hörsching Karl Schmoigl, der Hörschinger Gendarmeriepostenkommandant Bezirksinspektor Franz Helletsgruber und der deutsche Fliegerhorstkommandant Oberstleutnant Dr. Fuss fuhren den US-Truppen bis Oftering entgegen, um die Ortschaft Hörsching und den Fliegerhorst kampflos zu übergeben. Zur beabsichtigten Begegnung mit den US-Militärs kam es jedoch nicht, da die 71st Infantry Division offensichtlich einen anderen Vormarschweg Richtung Steyr gewählt hatten. Der Grund dafür dürfte aus militärischer Sicht in der Festlegung der Divisionsggenzen gelegen sein. Einheiten der 71st Infantry Division erreichten nie den Fliegerhorst bzw. die Gemeinde Hörsching.

 

 

 

Einmarsch der US-Truppen in OÖ

 

 

Fliegerhorstkommandant Oberstleutnant Dr. Fuss hatte sich bis zu diesen Zeitpunkt geweigert die Fliegerhorstanlagen zu sprengen. Er wurde am Abend des 4. Mai 1945 von einer SS-Einheit verhaftet und die etwa 350 abgestellten Flugzeuge sowie die gelagerten Bomben und Munition von der SS-Einheit vernichtet.

 

Am folgenden Tag, den 5. Mai 1945, gegen 10 Uhr wurde insbesondere der Fliegerhorst aus dem Raum Asten mit Artilleriefeuer belegt, wobei das Rollfeld, einige Unterkunftsblöcke und Siedlungshäuser in Hörsching Treffer erhielten. Treffer kann man heute (2012) noch am Hallenvorfeld der Halle 54 sehen. Teile der 11. US-Panzer-Division und der 65. US-Infanterie-Division besetzten anschließend den Fliegerhorst Hörsching. Die Übernahme des Fliegerhorstes Hörsching durch das US Army Air Corps erfolgte unblutig und ohne Kämpfe.

 

 

 

Patch 11th Armored Division und der 65st Infantry Division

 

 

 

- DER KRIEG AM FLIEGERHORST HÖRSCHING WAR AM 5. MAI 1945 UM 14 UHR ZU ENDE -

 

 

 

Stationierungen 1945 in Hörsching und Raffelding (Zugehörigkeit nach Hörsching)

 

 

von bis Truppenteil Flughafen Anmerkung Flugzeugtypen

01.09.1938

 

Flugplatzbetriebskompanie

HÖRSCHING

   

01.09.1938

 

Heimatwachzug

HÖRSCHING

   

01.09.1939

 

Luftnachrichtenstelle Hörsching

HÖRSCHING

   

01.01.1940

 

Landschützenkompanie 13/XVII

HÖRSCHING

   

01.01.1940

 

2.Kp/Luftwaffenbergebataillon 9

HÖRSCHING

   

01.09.1940

 

FlH.Kdtr. (A)/8/XVII

HÖRSCHING

   

01.01.1941

 

Gefangenlager Verwaltung

HÖRSCHING

   

23.11.1941

 

KG z.b.V. 300

HÖRSCHING

Aufstellung in HÖRSCHING

Ju-52

10.08.1942

15.01.1945

Stab/KBS2

HÖRSCHING

Aufgelöst am 15.01.1945

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

10.08.1942

15.01.1945

 I. Gruppe/KBS2

HÖRSCHING

Aufgelöst am 15.01.1945

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34, Potez 63

01.09.1942

28.04.1945

Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DSF)

HÖRSCHING

Auflösung der Tle HÖRSCHING

Ju 52, He 111, Do 217E, Mistel- und Schleppversuche mit He 111/280 V7, Do 217 K/Me 328, DFS 228 V1, Luftbetankungsversuche

20.12.1942

 

FlH.KdoBereich WELS "KoFlug"/XVII

HÖRSCHING

WELS und HÖ wird von HÖ befehligt

 

15.10.1943

09.01.1945

FFS A 123 

RAFFELDING

Außenstelle von Graz-Thalerhof

Ar 65, Ar 66, Ar 68, Ar 76, Ar 96, Fi 156, Fw 56, Go 145, He 42, He 60, He 114, Fw 58, He 70, Ju F 13, Ju W 33, Ju W 34, Si 204

01.01.1944

03.05.1945

Erprobungsstelle WNF

HÖRSCHING

Me 328 - Mistelverfahren

Me-328

01.08.1944

16.04.1945

I. Staffel/JG 105

RAFFELDING

 

Bf 109G

01.08.1944

31.01.1945

II. Staffel/SG 103

HÖRSCHING

 

Ar-96, Ju-87, Fw 190

01.10.1944

04.04.1945

II. Staffel/KG(J) 27

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 K4, G-10, G-10/R6

14.10.1944

08.04.1945

I.Staffel (J)/JG 27

RAFFELDING

 

Bf 109 G-10, G-10/R6, K-4;G-12

01.11.1944

30.04.1945

I. Staffel/KG 27

RAFFELDING

Umschulung auf Me 262-A1

Bf 109G

01.11.1944

04.04.1945

I. Staffel (J)/KG 27

HÖRSCHING

Umschulung auf Me 262-A2

Bf 109 G-10, G-10/R6, K-4;G-12

01.11.1944

 

KG 217

HÖRSCHING

 

He-111

01.12.1944

 

GS 101

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.01.1945

 

II. Staffel/SG10

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.01.1945

 

II. Staffel/JG 51

HÖRSCHING

 

Bf 109G-16

01.01.1945

 

II. Staffel/JG 52

HÖRSCHING

 

Bf 109G-16

01.01.1945

 

I. Staffel/JG 53

HÖRSCHING

 

Bf 109G-16

15.02.1945

27.02.1945

I. Staffel (J)/KG 27

RAFFELDING

 

Bf 109G

22.02.1945

18.04.1945

KG 200

RAFFELDING

 

B-24G-5-NT

01.03.1945

16.04.1945

III. Staffel/JG 105

RAFFELDING

 

Bf 109G

01.03.1945

05.05.1945

Stab/SG10 (Tle)

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.03.1945

05.05.1945

I. Staffel/SG10 (Tle)

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.03.1945

05.05.1945

II. Staffel/SG10 (Tle)

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.03.1945

05.05.1945

III. Staffel/SG10 (Tle)

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.03.1945

05.05.1945

Stab/SG 10

HÖRSCHING

 

Fw 190

01.04.1945

03.05.1945

SGrp  Adler/I. Staffel/SG 102

RAFFELDING

Gefangennahme durch US Army (HU)

Fw 190

01.04.1945

03.05.1945

SGrp  Tiger/II. Staffel/SG 102

RAFFELDING

Gefangennahme durch US Army (HU)

Fw 190

01.04.1945

03.05.1945

SGrp  Blitz/III. Staffel /SG 102

RAFFELDING

Gefangennahme durch US Army (HU)

Fw 190

01.04.1945

 

LTraS 200

HÖRSCHING

 

Fw 200 Condor

01.04.1945

05.05.1945

(Schulungs-/RammKdo) ELBE

HÖRSCHING

 

Bf 109 G/K

01.04.1945

03.05.1945

2. Staffel/NSGr 10

HÖRSCHING

 

Ju-87

01.04.1945

 

Frontschleuse der Luftflotte 4

HÖRSCHING

Übergabe von neuen LFZ

 

01.04.1945

 

Kommando/Luftflotte 4

HÖRSCHING

   

01.04.1945

24.04.1945

II. Staffel/KG51

HÖRSCHING

 

Me 262-A1

01.04.1945

24.04.1945

II. Staffel/JG 51

HÖRSCHING

 

Bf 109G-16

01.04.1945

 

2. (F)/33

HÖRSCHING

 

Do-217

01.04.1945

 

2. (F)/121 Teile

HÖRSCHING

 

Do-217

01.04.1945

 

1. (F)/Nacht

HÖRSCHING

 

Do-217

06.04.1945

04.05.1945

JGr 101 Vadaszezred

HÖRSCHING

(HU)

Bf G-10, G-4 (21 Stk)

06.04.1945

 

Luftwaffenkommando 4

HÖRSCHING

   

17.04.1945

03.05.1945

I. Staffel/JG 52

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 G-10/U4, G-14/U4

17.04.1945

28.04.1945

II. Staffel/JG 52

HÖRSCHING

 

Bf 109 G-14, G-14/U4

17.04.1945

 

I. Staffel/JG53

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 G-14

19.04.1945

01.05.1945

II. Staffel/SG 10

HÖRSCHING

 

Fw 190 (42)

19.04.1945

03.05.1945

Stab/FAGr 4

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Ju-88, Ju-188

19.04.1945

 

II. Staffel/SG 52

HÖRSCHING

 

Fw 190

19.04.1945

03.05.1945

1. Staffel (F)/Nacht

HÖRSCHING

 

Do 217

24.04.1945

05.05.1945

Stab/JG 76

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109, div. Baureihen

27.04.1945

 

4. Staffel/NJG 100

RAFFELDING

 

Bf 109, Bf 110, Do 217, Fw 58, Fw 189, Ju 87, Ju 88

28.04.1945

02.05.1945

II. Staffel/JG 5

RAFFELDING

 

Bf 109 G-14, G-14/U4

28.04.1945

01.05.1945

II. Staffel/JG 52

RAFFELDING

 

Bf 109, Fw-190

28.04.1945

31.05.1945

1. Staffel(F)/100

HÖRSCHING

 

Ar 234

29.04.1945

 

JV 44

HÖRSCHING

 

Me 262-A1

30.04.1945

05.05.1945

KG 200

HÖRSCHING

 

B-24G-5-NT, Ju-290 (Alles Kaputt – USA)

01.05.1945

 

4. Gruppe/II.Staffel/NJG 100

RAFFELDING

 

Do 217, Bf 110, Ju-88

01.05.1945

 

5. Gruppe/II.Staffel/NJG 100

RAFFELDING

 

Do 217, Bf 110, Ju-88

01.05.1945

 

6. Gruppe/II.Staffel/NJG 100

RAFFELDING

 

Do 217, Bf 110, Ju-88

01.05.1945

04.05.1945

II. Staffel/JG 52

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 G-14, G-14/U4

01.05.1945

 

2. Gruppe/I. Staffel/KG (J) 27

HÖRSCHING

 

Me 262-A1

01.05.1945

05.05.1945

1. Staffel/NAGr 13

HÖRSCHING

 

Bf 109 G-6, G-8

01.05.1945

 

Stab/II.Staffel/NJG 100 (RAFFELDING)

HÖRSCHING

 

Do 217, Bf 110, Ju-88

01.05.1945

 

JG 76

HÖRSCHING

 

Bf 190

01.05.1945

 

1. Staffel (F)/100. Aufkl Grp (Teile)

HÖRSCHING

 

Ju-86, Ju-88, Bf 190

01.05.1945

 

3. Staffel (F)/121. Aufkl Grp

HÖRSCHING

 

Ju-86, Ju-88, Bf 190

01.05.1945

 

3.Staffel (F)/Aufkl Grp Nacht

HÖRSCHING

 

Ju-86, Ju-88, Bf 190

01.05.1945

 

? Staffel (F)/4. Aufkl Grp

HÖRSCHING

 

Ju-86, Ju-88, Bf 190

03.05.1945

 

4. Staffel/NJG 100

RAFFELDING

 

Do 217, Bf 110, Ju-88

03.05.1945

 

II. Staffel/JG 51

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 G-14/AS

03.05.1945

 

II. Staffel/JG 53

HÖRSCHING

Auflösung in HÖRSCHING

Bf 109 G-10, G-14, K-4

01.06.1945

 

II. Staffel/KG 51

HÖRSCHING

 

Me 262-A1

01.08.1945 31.01.1945

II. Staffel/SG103

HÖRSCHING   Ar96, Fw 190, Ju-87

 

 

Quelle: Lexikon der Wehrmacht, asisbiz.com, geheimprojekte.at