Administration
 
1940

Kampffliegerschule Hörsching wird Große Kampffliegerschule 2 [1, 2, 3, 25, 29, 42]

 

Anfang 1940 belegte die Kampffliegerschule Hörsching den noch immer im Bau befindlichen Fliegerhorstes. Am 15. Januar 1940 erfolgte die Umbenennung der Kampffliegerschule Hörsching in "Große Kampffliegerschule 2". An weiteren Mannschaften befanden sich in Hörsching Luftnachrichtentruppen ("Luftnachrichtenstelle") und die 2. Kompanie des Luftwaffen-Bergebataillons 9. Im Frühjahr 1940 standen ca 1.000 Mann fliegendes Personal, davon 250 Flugzeugführer in Ausbildung. Insgesamt sollten in diesem Zeitraum etwa 3000 Luftwaffensoldaten auf dem Fliegerhorst stationiert gewesen sein.  Mit 11. November 1940 wurde Oberst Hans Behrendt als Kommandant der Gr. Kampffliegerschule 2 eingesetzt.

 

 

 

 

Wappen  und Kommandant der GKFS2

 

 

Die Schule halte die Aufgabe, den Kampffliegerverbänden fertig ausgebildete Besatzungen zur Verfügung zu stellen. Bis dahin waren die einzelnen Besatzungsmitglieder ihren eigenen Ausbildungsweg gegangen. Hier wurden nun die aus Piloten, Beobachtern, Bordfunkern und Bordschützen bestehenden Besatzungen zusammengestellt und auf einem Kampfflugzeugtyp ausgebildet bzw. geschult. Für die navigatorische Ausbildung stand ein Planetarium zur Verfügung, in dem der Sternenhimmel der nördlichen Hemisphäre projeziert werden konnte und die Flugzeugführer und die Beobachter Standortbestimmungen mit einem eigens für die Luftwaffe konstruierten Oktanten übten.

 

 

 

Do-23 - Probeflug nach der ersten Überholund in der Fliegerwerft Hörsching

 

 

Für die Vorschulung der Beobachter/Bombenschützen gab es ein Übungsgerät, mit dem Horizontalbombenangriffe simuliert wurden. Mit diesem Bombenzielgerät konnte der Beobachter und Bombenschütze den Flugzeugführer zu genauen Flugkorrekturen veranlassen, die Zusammenarbeit der Besatzung konnte geübt und kontrolliert werden. Die nächste Ausbildungsstufe für die Besatzungen waren echte Zielanflüge mit der Focke Wulf FW-58 "Weihe" mit Abwurf von Zementbomben auf den Bombenübungs- und Abwurfplatz bei Traun. Für Nacht- und Scheinwerferflüge wurden die bewährten Ju-52, für Navigationsflüge die Ju-W-34 verwendet. Auch die veralteten Dornier DO-11 und Do23 sowie die Ju-86 Kampfflugzeuge sollen in Hörsching noch in Gebrauch gestanden sein. Für die Ausbildung waren 1940 an die 180 Maschinen auf dem Flugplatz stationiert.

 

 

 

Ausbildung der Bordschützen am Bombenteppich
(aus Buch Schwert am Himmel - 5 Jahre DLW 1940)

 

 

1940/41 gab es an der Schule folgende Ausbildungsgruppen: eine für die Heinkel He-111, eine für die Junkers Ju-88, und in der ersten Zeit noch eine weitere für die Do-17. Die He-111 Ausbildungsgruppe war auf dem gegen Hörsching gelegenen Teil des Flugplatzes, die Sturzkampfgruppe in den Richtung Linz aufgestellten Hallen untergebrocht. Die jungen Besatzungen bevorzugten die Schulung an der alt bewährten He-111, da es bei der Ju-88 Gruppe immer wieder zu schweren Unfällen kam. Auf welch intensive Weise hier die Ausbildung der Flugzeugbesatzung betrieben wurde, läßt sich allein schon aus der Zahl von 24 Toten bei Abstürzen und Fehlstarts im Zeitraum Mai/Juni 1940 ermitteln.

 

 

Ausbildung im Freien - Symbolbild

(aus Buch Fliegerhorst Ostmark 1941)

 

 

 

 

 

Sicherung der Flugplatzanlage [42]

 

Zur Sicherung der Flugplatzanlagen wurde im Jänner 1940 die Landesschützenkompanie 13/XVII stationiert.

 

 

 

 

Tag der Luftwaffe [12]

 

Zur Erinnerung an die Begründung der deutschen Luftwaffe wurde jeweils im März ein "Tag der Luftwaffe" begangen. Dieser wurde in allen großen Städten, zumeist mit Flughafen, begangen. So vermutlich auch in Linz. Wie das nachstehende Bild zeigt, wurden hierbei sogar Flugzeuge der "Kampffliegerschule 2" aus Hörsching, am Linzer Hauptplatz ausgestellt und bewundert. Genauerers ist nicht bekannt. Die Aufnahme zeigt die Klosterstraße welche am Linzer Hauptplatz einmündet.

 

 

 

Gut zu erkennen - das Zeichen der KFS2

 

 

 

 

Beginn der Versuche mit dem OBS [12]

 

Durch die DFS wurde das "Fliegende Observatorium - OBS" in Hörsching und anderen Flugplätzen getestet.  Weiter Info.

 

 

 

 

 

Ausbildung in der Großen Kampffliegerschule 2 [2]

 

Die Pilotenausbildung wurde zum Teil in der Flugschule AB115 in Wels durchgeführt. Die Besatzungen wurden das an der GKFS 2 zusammengeführt und weitergebildet.

 

 

FFS-AB155 Wels

 

 

 

Feldpostkarte der Fliegerhorstkompanie Hörsching -1940 [3]

 

 

 

 

 

 

Flugzeugtypen in der Ausbildung und im Einsatz [02, 20, 25]

 

Für die Ausbildung der Kampfflieger-Besatzungen standen an ca. 80 verschiedene Flugzeuge zur Verfügung. Die damals verwendeten Typen - inkl. Einsatztypen bis 1945, darunter auch bereits veraltete Baumuster waren [Bilder Typenhandbuch der Luftfahrzeuge 1936, 1941]:

 

 

Arado 79

 

Bücker 131 "Jungmann"

 

Dornier 17

 

Dornier 23

 

Focke Wulf 44 "Stieglitz"

 

Focke Wulf 58 "Weihe""

 

Focke Wulf 190 "Dora

 

Focke Wulf 200 "Condor"

 

Heinkel 111

 

Junkers 34

 

Junkers 52 "Tante Ju"

 

Junkers 86

 

Messerschmitt 109b

Messerschmitt 262 "Schwalbe" Messerschmitt 328b Messerschmitt 410 "Hornisse"

 

 

 

 

 

Fliegerhorst direkt an der deutschen Reichsstraße [8]

 

Im Zuge der Vereinheitlichung des deutschen Straßensystems am 1. April 1940 wurde die alte Wienerstraße wieder in eine Reichsstraße umgewandelt. Die Strecke zwischen Linz und Salzburg wurde Teil der deutschen Reichsstraße 31. Um den aufkommenden Fahrradverkehr Rechnung zu tragen wurde begonnen Radwege von Linz nach Wels und umgekehrt zu erbauen. 

 

 

 

Bauausführende Firmen waren Fa. Ing. Peters und Fa. Swietelsky [3]

 

 

 

 

Vermutliche Belegung am Fliegerhorst Hörsching [12]

 

 

  • Fliegerhorstkommandantur A (vormals E)

  • Fliegerhorstkompanie Hörsching

  • Flugplatzbetriebskompanie

  • Fliegerwerft mit Prüfgruppe

  • Heimatwachzug

  • 2. Kompanie Luftwaffen-Bergebataillons 9

  • Luftnachrichtenstelle Hörsching

  • Stab GKFS2

  • I. Gruppe GKFS 2 - Pilotenausbildung

  • II. Gruppe GKFS 2 - Beobachter, Bordfunker und Bordschützenausbildung

  • DAF Lagerverwaltung

  • Bewachungselement Gefangenlager

  • Landesschützenkompanie 13/XVII

  • Teile der Fliegerhorstkommandantur A

    • Flugleitung

    • Luftnachrichtenstelle

    • Wetterwarte

    • Luftschutz-Dienstgruppe

    • Archiv- und Kartenstelle

    • Flugwache

    • Flugabwehrgruppe

    • Feuerwehrgruppe

    • Fliegerhorstbildstelle

    • Munitionslager

    • Offizierscasino und Kameradenheim

    • Sanitätsgruppe

    • Fliegertechnische Gruppe und Leitung

    • Technische Verwaltung

    • Nachrichtendienstliche Gruppe und Leitung

    • Fliegerhorst - Funkmeisterei

    • Waffentechnische Gruppe und Leitung

    • Fliegerhorst-Waffenmeisterei

    • Kraftfahrtechnische Gruppe und Leitung

    • Fliegerhorst – Kraftwagenwerkstatt

    • Betriebstechnische Gruppe

    • Gruppe Verwaltung

   

 

Aufnahme vom Mai 1940 - Im Vordergrund eine Do-17 mit Segmentanstrich [3]

 

 

 

 

Kriegsgefangenlager Hörsching [1]

 

Nachdem der Fliegerhorst Hörsching in fast zwei Jahren erbaut wurde, konnte das ehemalige DAF-Arbeiterlager als Gefangenlager Verwendung finden, in welches 1940 bereits gefangene Franzosen ka­men. Diese wurden gut nach Zeugenaussagen zu dieser Zeit gut versorgt und selbst katholische Gottesdienste konnten im Gefangenenlager abgehal­ten werden. 

 

 

Kriegsgefangenen - Barackenlager Hörsching [9]

 

 

Lage des ehemaligen KGL rot umrahmt [12]

 

 

 

 

Fliegerhorstanlage fast fertig [12]

 

Am 11. August 1940 erschien in der Zeitschrift "Volksstimme" ein höchst interessanter Artikel, welchen hier wortwörtlich wiedergegeben wird.

 

Abschrift:

 

Kampffliegerschule in der Ostmark


Flieger, Funker, Bord- und Bombenschützen – Verantwortungsvolle Arbeit abseits der Oeffentlichkeit


Kampffliegerschule in der Ostmark! Vor zweieinhalb Jahren noch zog der Bauer mit dem Pflug hier seine Furchen, bis der Marschall des Reiches und Schöpfer der deutschen Luftwaffe den ersten Spatenstich tat. Dann aber setzte auch sofort mit aller Macht die Arbeit ein; wie Pilze schossen die Barackenlager aus der Erde, bestimmt für die Hunderte von deutschen Arbeiter, die den Kameraden im grauen Kleid in oft Tag und Nacht durchdauerndem Schaffen all das hinstellten, dessen sie bedurften,  um gegen die dem neuen Reich den Aufstieg Mißgönnenden gerüstet zu sein, gerüstet nicht nur zu Land und Wasser, sondern voran auch in der Luft. Wie recht man gehabt, als man den Ausbau des Horstes, der die Kampffliegerschule aufnehmen sollte, bis zu äußersten forcierte, das bewies sich in den Septembertagen 1939, da Frankreich und England uns den Krieg erklärten. Und so wuchsen sie den empor in emsiger, durch nicht zu hemmender Arbeit, die Flugzeughallen in ihren Riesenausmaßen, die Unterkünfte der Ausbildungsgruppen, die Betonstraßen, die den Horst kreuz und quer durchziehen, die Werft und die übrigen Werkstätten, die sich um das Herzstück des ganzen, weil ausladenden Rollfeldes gruppieren, auf dem ein ständiges Starten und Landen ist, vom ersten Grauen des jungen Tages bis in die tiefe Nacht hinein. Und noch war die Anlage lang nicht fertig, da hielten auch schon die ersten Soldaten der Luftwaffe hier ihren Einzug mit ihren Maschinen, nahm die Kampffliegerschule den Betrieb auf, wurden die Schwierigkeiten in kameradschaftlichem Zusammenwirken mit den Arbeitern überwunden, die sich aus dem Gewirr der unvollständigen Baustellen ergaben. Noch ist der Horst nicht ganz vollendet, aber das Bild, das dem Beschauer sich bietet, nimmt ihn gefangen durch die Genialität mit der die ganze Anlage erdacht, durch die staunenswerte Großzügigkeit, mit der sie durchgeführt wurde. Hat doch selbst der Führer bei einem vor kurzem erfolgten Besuch hier erklärt, Frankreichs weltberühmter Flughafen Le Bourget scheine dieser Anlage gegenüber geradezu stümperhaft ...

 

 

Artikel "Volksstimme 11.08.1940"

 

 

Bei den im Artikel zitierten Besuch des Führers sind zwei Tage herauszuheben, an welchem dieser Besuch hätte stattfinden können. Dies wäre möglich gewesen

 

  • am 15. Januar 1945, als die "Große Kampffliegerschule 2" offiziel umbenannt und das Kommando an den Schulkommandanten, Oberst Anton Heidenreich übergeben wurde, oder
     

  • am 12. April 1945, als August Eigruber als Reichsstatthalter des Reichsgaues Oberdonau von Adolf Hitler in Linz vereidigt wurde.

 

Adolf Hitler in Hörsching

 

 

Genaueres ist jedenfalls bis heute nicht bekannt. Es kann jedoch mit Sicherheit angenommen werden, dass Reichskanzler Adolf Hitler den Boden des Fliegerhorstes Hörsching im Jahre 1940 betreten hat.

 

 

 

 

 

Teile der Kampfbeobachterschule verlegt nach Hörsching [42]

 

Ab 1940 wurden auch Teile der Kampfbeobachterschule 2 von Fassberg nach Hörsching verlegt. Ein Teil dieser Schule wurde eine Zeitlang auf dem Luftwaffenübungsplatz Malacky in der Slowakei stationiert. An der Kampfbeobachterschule wurden die Bombenschützen für Kampfflugzeuge ausgebildet, bevor sie dann zum gemeinsamen Training mit den anderen Besatzungsmitgliedern an die Kampffliegerschule 2 kamen.

 

 

 

 

 

 

Stationierungen 1940 in Hörsching und Raffelding (Zugehörigkeit nach Hörsching)

 

 

von bis Truppenteil Flughafen Anmerkung Flugzeugtypen

13.05.1938

31.12.1942

Bauleitung Hörsching

HÖRSCHING

   

01.07.1938

31.12.1940

DAF Lagerverwaltung

HÖRSCHING

Lager für Bauarbeiter der DAF und Betriebe

 

01.09.1938

 

Flugplatzbetriebskompanie

HÖRSCHING

   

01.09.1938

 

Heimatwachzug

HÖRSCHING

   

01.09.1939

30.08.1940

FlH.Kdtr. (A)/Kdo.FlH.Bereich Wels

HÖRSCHING

Bereichsänderung auf 8/XVII

 

01.09.1939

 

Luftnachrichtenstelle Hörsching

HÖRSCHING

   

04.09.1939

15.01.1940

Stab/GKFS Hörsching

HÖRSCHING

Umbenennung in Stab/GKFS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

04.09.1939

15.01.1940

I. Gruppe/GKFS Hörsching

HÖRSCHING

Umbenennung in I. Gruppe/GKFS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

04.09.1939

15.01.1940

II. Gruppe/GKFS Hörsching

HÖRSCHING

Umbenennung in II. Gruppe/GKFS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

01.01.1940

 

Landschützenkompanie 13/XVII

HÖRSCHING

   

01.01.1940

 

2.Kp/Luftwaffenbergebataillon 9

HÖRSCHING

   

15.01.1940

10.08.1942

I. /GKFS 2

RAFFELDING

Umbenennung in I. Gruppe/KBS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34, Potez 63

15.01.1940

10.08.1942

Stb/GKFS 2

HÖRSCHING

Umbenennung in Stab/KBS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

15.01.1940

10.08.1942

II. /GKFS 2

HÖRSCHING

Umbenennung in II. Gruppe/KBS2

Ar 79, Bf 109, Bü 131, Do 18, Do 23, Do 217, Fw 44, Fw 58, He 111, Ju 52, Ju 86, Ju 88, Ju W34

22.02.1940

30.09.1941

FAR72/Schule

RAFFELDING

Verlegung nach Markersdorf bei St. Pölten

Klemm L 20, Albatros L 101, Bü 131, Bü 133, Bü 181, Fw 44, He 72, Kl L 25, Kl L 26, Kl 32, Kl 35

01.09.1940

 

FlH.Kdtr. (A)/8/XVII

HÖRSCHING

   

 

 

Quelle: Lexikon der Wehrmacht, asisbiz.com, geheimprojekte.at