Administration
 
1938

Hitlers Empfang in Neubau bei Linz [05]

 

Neubau-Hörsching, 12.03.1938 – Die neue Österreichische Regierung, an der Spitze Bundeskanzler Dr. Seyß-Inquart, empfing den Führer der Deutschen Nation Adolf Hitler in der Ortschaft Neubau bei Linz.

 

Der Empfang fand in abenddämmernder Stunde auf der Bundesstraße  statt. Gauleiter August Eigruber, Vizekanzler Dr.  Edmund Glaise von Horstenau und Justizminister Dr. Franz Hueber wohnten dem Empfang bei.

 

 

Gasthaus FELLNER - später Mandorfer

 

 

Laut Zeitungsbericht war der Ort des Zusammentreffens nicht bewußt gewählt worden, sondern ergab sich einfach infolge der Autofahrt Hitlers von Wels nach Linz. Der Wagen von Dr. Seyß-Inquart, welcher aus Linz kam (wohin er mit einem Sonderzug aus Wien anreiste) und jener des Führers trafen sich eben an dieser Stelle vor dem Gasthaus Fellner in Neubau bei Linz. Nach der Begrüßung führen alle nach Linz, wo Adolf Hitler bereits am Hauptplatz erwartet wurde.

 

 

Das Empfangskomitee - Seyß-Inquart, Eigruber, Glaise und Hueber

 

 

 

 

Die ehemalige Anschlusstafel [09]

 

 

 

 

März 1938 [1]

 

Im März 1938 wurde bei Hörsching ein geeigneter Platz für die Errichtung eines Fliegerhorstes erkundet. Veranschlagt war ein Gebiet von 300 ha, das von den Bauern der Umgebung abgetreten werden mußte. Es wurden Unterkünfte und Stabsgebäude errichtet sowie ein Flugfeld gebaut. Die Bauarbeiten wurden von reichsdeutschen und ortsansässigen Baufirmen ausgeführt. Zuerst stellte man die beiden betonierten Startbahnen fertig, dann wurde mit dem Bau der Hallen und Unterkünften begonnen.

 

Insgesamt wurden sechs große Flugzeughallen mit Nebengebäuden, das Kommandogebäude mit Kontrollturm und verschiedene Depots errichtet. Außerdem erhielt der Platz einen Gleisanschluß. Außerdem entstand neben dem Flugplatz eine Wohnsiedlung für Luftwaffenangehörige und deren Familien.  Genauere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

Überwachung des Luftraumes von außerhalb des Fliegerhorstes [12]

 

Wie man im Buch "Österreichische Fliegerhorste - im Krieg und im Frieden" nachlesen kann, soll es bereits ab 12.03.1938 eine Jagdstaffel auf einem (provisorischen?) Feldflugplatz gegeben haben. Vermutlich dürften diese auf dem Feldflugplatz Raffelding bei Eferding (mit einem Grasflugfeld) -  zumindest bis in den April 1938 hinein - stationiert gewesen sein.

 

 

 

 

Erste Belegungen des Fliegerhorstes [2, 29]

 

Im Herbst 1938 wurde das halbfertige Flughafengelände als Einsatzhafen für eine Kampfgruppe bestimmt und durch eine

 

  • Fliegerhorstkommandantur E

  • einer Flugplatz-Betriebskompanie (FlPlBetrKp) und

  • einem Heimatwachzug

 

belegt. Das Bodenpersonal bestehend aus

 

  • einer Flugplatzbetriebskompanie und

  • einem Heimatwachzug

 

unterstand mit der Fl.H.Kdtr. (Fliegerhorst Kommandantur) Wels dem Kdo/Flughafenbereich Wels. Dem gleichen Kommando unterstand auch die Fl.H.Kdtr. E 5 Linz für den Flugplatz Linz-Lustenau (an der Donau zwischen Stadt- und Ölhafen gelegen).

 

 

Die FlPlBetrK setzte sich zusammen [2]


Kompanietrupp (geführt durch einen Hauptfeldwebel, in der Stärke von 8-10 Soldaten)

  • Schreiber

  • RechFhr

  • Küchenpersonal

3 Betriebszüge (mit einer Stärke von je 30 Soldaten)

betreuten die Staffeln durch Unterstützung des Wartungspersonals bei seinen täglichen Arbeiten und darüberhinaus führten sie größere Instandsetzungen, wie Motorenwechsel und Inspektionen durch. Das Wartungspersonal der zu betreuenden Verbände konnte dies nicht, da diese nur mit Werkzeugen 1.Ordnung und normalen Werkzeugsätzen ausgestattet waren.

 

Die Betriebszüge setzten sich folgendermaßen zusammen:

  • 1 Zugführer (Oberwerkmeister)

  • 12 Flugzeugmechaniker

  • 2 Motorenschlosser

  • 1 Feinmechaniker (Bordinstrumente)

  • 6 Bombenwarte

  • 6 Waffenwarte

  • 2 Funkwarte

  • 1 Fallschirmwart

Der jweilige Oberwerkmeister teilte seine Soldaten in den Staffeln mit dem Staffel TO so ein, daß Schwerpunkte in der Wartung gebildet wurden.

Ein sehr wichtige und durchaus nützliche Ergänzung zu den Betriebszügen war der Werkstattzug. Dieser wurde über die NTO´s mit Absprache Kompaniechef eingesetzt.

 

Der Werkstattzug (mit seinen Facharbeitern wurde für alle anfallenden kleineren und mittleren Reparaturen eingesetzt):

 

  • 1 Zugführer

  • 12 Flugmotorenschlosser

  • 4 Flugzeugklempner

  • 2 Flugzeugmaler

  • 1 Flugzeugsattler

  • 2 Flugzeugtischler

  • und meist noch zusätzliche Fachhandwerker.

 

In Hörsching war auf Grund der Größe der Gliederung anstatt eines Werkstattzuges eine Werkstattkompanie stationiert. Der Einsatz der FlPlBetrKp richtete sich der Luftwaffendienstvorschrift L.D.v.72.

 

Rundstempel FlHWkstKp und Fl.H.Kdtr

 

 

 

 

Eingliederung der Österreichischer in die deutsche Luftwaffe [12]

 

Das Bundesheer leistete auf Befehl der Regierung keinen Widerstand, als deutsche Truppen in Österreich einmarschierten. Zwar forderte Generalstabschef Alfred Jansa, dass das österreichische Bundesheer sich den deutschen Truppen entgegenstellen sollte, doch fand er keine Unterstützer in der Regierung Seyß-Inquart.

 

Bereits am 06.03.1938 befahl Hitler den beschleunigten Weiterausbau der Fliegertruppe. Heer, Kriegsmarine und SS-Verfügungstruppen mußten hierzu Freiwillige an die Luftwaffe abgeben, da diese nicht in der Lage war, den außerordentlichen hohen Bedarf an Fliegendem Personal aus den eigenen Reihen abzudecken. Vorgesehen waren 12.000 Unteroffiziere und Längerdienende für die Übergabe an die Luftwaffe.

 

Der Bedarf an zusätzlichen Personal war wie folgt gegeben:

 

  • 2.800 Flugzeugführer

  • 1.900 Hilfsflugzeugführer und Bombenschütze

  • 7.500 Bordfunker - zugleich Fliegerschützen

 

 

Die Eingliederung des Bundesheeres in die Wehrmacht wurde bis zum 29. März vollzogen, der überwiegende Teil der Militärangehörigen, Offiziere wie auch Soldaten, wurde bis zum Herbst 1938 in die Wehrmacht übernommen. Mit der Eingliederung der österreichischen Luftstreitkräfte in die deutsche Luftwaffe wurde mit 01.04.1938 die neue Kommandobehörde "Kommandierender General der Luftwaffe" in Österreich errichtet. Diesem unterstand das Luftgaukommando XVII mit Sitz in Wien. Kommandeur des Lg.Kdo Wien war Generalleutnant der Flakartillerie Friedrich Hirschauer.

 

 

 

Österreichische Luftwaffe 1938 - FIAT C32 [3]

 

 

 

 

Hörsching im Jahre 1938 [3]


 

 

 

 

Himmler landet in Linz [12]

 

Linz, 12.10.1938 - Reichsführer SS Heinrich Himmler, welcher bereits am 12.03.1938 einmal Linz heimsuchte, landet am Vorgängerflughafen von Hörsching, dem Fluplatz Linz-Katzenau. 

 

 

 

Himmler am Flugplatz Linz-Katzenau

 

 

 

 

 

Stationierungen 1938 in Hörsching und Raffelding (Zugehörigkeit nach Hörsching)

 

von bis Truppenteil Flughafen Anmerkung Flugzeugtypen

12.03.1938

30.04.1938

1. Grp/I./JG 135

LINZ - Katzenau

 Okkupation 

 Österreichs

 He 51, CR.30, Bf 109 B/D

13.05.1938

31.12.1942

Bauleitung Hörsching

HÖRSCHING

   

01.07.1938

31.12.1940

DAF Lagerverwaltung

HÖRSCHING

Lager für Bauarbeiter der DAF und Betriebe

 

01.09.1938

30.08.1939

FlH.Kdtr. (E)/Kdo.FlH.Bereich Wels

HÖRSCHING

Umstellung auf (A)

 

01.09.1938

 

Flugplatzbetriebskompanie

HÖRSCHING

   

01.09.1938

 

Heimatwachzug

HÖRSCHING

   

 

 

Quelle: Lexikon der Wehrmacht, asisbiz.com, geheimprojekte.at